Full text: (Neueste Folge, Band 3 = 1836, No 17-No 24)

268 I. Pathologie, Therapie und medicinische Klinik. 
weshalb Pat., alles Abmahnens ungeachtet, wieder ztnn Copaiva- 
balsam griff, der wieder die Urticaria hervorrief. Es wurden 
nun Cubeben, die sich nicht impier bewähren, mit Nutzen an— 
gewendet. — In einer Note theilt Dr. Grossheim folgenden 
Fall aus seiner Praxis mit: Ein Mann in den mittlern Jahren 
bekam einen Tripper, der Nachtripper zur Folge hatte. Um 
letztem zu beseitigen, bekam er wechselnd mit andern innerli 
chen u. äusserlichen Mitteln auch viel Bals.Copaiv. Die Gonorrhöe 
verlor sich dabei allmählig, aber Pat. bekam eine Urticaria, 
die den viel im Freien beschäftigten und also auch der kühlen 
Luft oft ausgesetzten Mann sehr belästigte. Zwei Jahre wider 
stand das Uebel allen Curversuchen, schwand aber, nachdem 
Pat. eine vierwöchentliche gemässigte Sublimatcur — Abends 
einen Esslöffel einer Lösung von 4 Gr. Sublimat in 8 Unzen 
Aq. mentli. pip. — brauchte. — Der Antagonismus der krank 
haften Secretion der Harnröhre mit der eigenthiimlichen Affection 
des Rete Maipiglii und der Cutis, wie sie in der Urticaria 
Statt hat, ist für die Pathologie interessant. G. weiss nicht, 
ob Beobachtungen, die diesen Antagonismus bestätigen, schon 
mehrfach gemacht worden sind. [Med. Zeit. v. Vereine für 
Heilk. in Pr. 1836. No. 30.] 
123. Fall von bedeutender Ergiessung in den 
Herzbeutel ; von Dr. Magnus in Berlin. Am 18. Februar 
d. J. kam ein djähriges, für ihr Aller sehr grosses Mädchen in 
Behandlung des Verf. Auffallend war ihm das im Verhältniss 
so kleine Gesicht, während er sich über die Länge des Körpers 
nicht lange wundern konnte, da er mehrere ihrer erwachsenen 
Schwestern sah, deren Grösse die gewöhnliche weit überstieg. 
Das Kind klagte schon lange über die linke Seite und der es 
früher seit Jahren behandelnde Arzt hatte Verdacht auf Lun 
gentuberkel. Nur oberflächliche Untersuchung der Brust liess 
den Verf. links kein Athmungsgeräusch hören, spätere genauere 
Untersuchung aber ergab matten Ton der linken untern Seiten 
gegend in beträchtlichem Umfange und im Bereiche desselben 
gänzliches Fehlen des Respirationsgeräusches; näher gegen die 
Wirbelsäule zu hörte man in der linken, so wie in der rechten 
Lunge starken röile sonore, nur stellenweise die Respiration, an 
andern Stellen aber rulc souscrepitant muqueux. Das linke 
Schulterblatt stand tiefer, als das rechte, und die linke Seiten 
gegend war stärker hervorgewölbt, als die rechte. Das Kind 
war verdriesslich, matt, kiirzathmig und hatte trockne gelbe 
Haut. M. schloss auf Exsudat in der Pleurahöhle, obwohl Ae- 
gophonie und bruit de frottcment fehlte, und es wurden Dittre- 
tica verordnet, da das Fieber nicht bedeutend und die gastrischen 
Organe ziemlich frei waren. Spätere Messung beider Hälften 
des Thorax zeigte fast völlige Gleichheit derselben im Umfange, 
obgleich es schien, als sey die linke weit gewölbter; dagegen 
(and sich, dass die linke Hälfte im obern Theile stark abgeflacht
	        
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