Full text: (Neueste Folge, Band 3 = 1836, No 17-No 24)

206 I. Pathologie, Therapie ui:c! medicinischc Klinik. 
gelitten, waren leichte catarrhalischeAffectionen der Brust, oder 
leichte Hämorrhoidalbeschwerden gewesen. Als C. ihn am 25. 
Nov. sah, klagte er ausser fast unausstehlichen Schmerzen i n 
der Kreuzgegend, die sich auch den untern Extremitäten mit- 
rheilten , ihm Tag und Nacht fast keinen Augenblick Buhe gönn- ’ 
fan und keine Lage oder Stellung lange erlaubten, nichts; auch 
nahm man noch keine Spuren von constitutionellein Leiden wahr, 
hur fand sich einige Neigung zu Verstopfung vor und der Puls 
war etwas voll und entzündlich gespannt. Pat. gab dabei an, 
dass er schon seit einigen Wochen etwas Kreuzschmerz gespürt, 
denselben aber nicht weiter beachtet habe und seiner Arbeit 
wie früher, nachgegangen sei,' nach einer Erkältung aber sei 
derselbe bald heftiger geworden und wenn er auch seitdem Ein* 
reibungen aller Art angewendet habe, wäre derselbe doch im 
mer stärker geworden und sei nun fast nicht mehr auszustehen* 
C. hielt unter diesen Umständen den Schmerz für einen auf Hä— 
morrhoidalanlage begründeten rheumatisch-entzündlichen Schmerz 
und verordnete zunächst Aderlass und Dec. Alth. mit Cm«* 
hirt. solub. Nilr. dep. G. arttb. Exlr. Hjosc. und Sjr. Mann* 
nebst Einreibungen von TJng. ncap. und Ol. hi/osc. c. Allein t 
weder diese Mittel noch andere, als Blutegel und Decöcte von 
Rad. Gram, und Rad. Tara.v. mit Sol. mtrab. Glaub. Sab 
amar, . Mqn. Lauroc. Exlr. Cicut. etc. schallten Linderung oder 
änderten etwas und beförderten sogar kaum die Stuhlentleerun- 
gen ein wenig. Die heftigen Schmerzen, besonders in der un 
tern Gegend des Kreuzes, gegen das Steissbein zu, mit Ausdeh 
nung auf die untern Extremitäten, wiitheten fort, wie früher und 
überdies stellte)« sich in den nächsten 8 Tagen auch noch Beschwer 
den und Schnitzen beim Urinlassen ein, wovon Paf. bisher noch 
nie etwas gesägt hatte und dabei ging von Zeit zu Zeit blu- 
tig-tingirter Urin oder Urin mit Blütgerinsel ab. Erst als letzte 
res der Fall gewesen, dachte C. daran, dass hier wohl Blasen 
hämorrhoiden niit int Spiel sein könnten und erst jetzt erzählte 
Pat. bei genauerem Nachfragen, {lass er schon den ganzen Som 
mer bemerkt hübe, wie beim Harnlassen mit dem Harn bis 
weilen schwerere, festere Körper abgegangen wären, und dass 
er diese Körper, genauer betrachtet, für Blutgerinsel erkannt 
habe, doch söi der Urin immer leicht, wenn auch erst nach ei 
nigem Drucke abgegangen und er habe sonst keine Beschwer 
den beim Harnlassen gehabt, sich auch sonst wohlbefunden* 
Im Hinblick auf diesen Abgang von Blutgerinseln beim Urin 
lassen und von blutig gefärbtem Harn nebst Tenesmus mul bet 
der Annahme, dass den heftigen Kreuzschmerzen Häniorrhoi- 
dalziritänd und zwar zunächst der Blase zn Grunde liege, wo 
zu den Verf. besonders die frühere Anlage des Kranken zu Hämor 
rhoiden und varicös erweiterte Hautvenen des Unterfnsses bestimm 
ten , wurde die Cur danach eingeleitet mul dabei besonders 
noch die- Neigung zu Verstopfung, die sehr hartnäckig war,
	        
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