Full text: (Neueste Folge, Band 3 = 1836, No 17-No 24)

I. Pathologie, Therapie und medicinische Klinik. 195 
Die Nägelkrankheit begann am Daumen und erstreckte sich 
dann über den 2.—5. Finger, erst an der rechten, dann an der 
linken Hand, wo jedoch nur der Daumen und 2 Finger er 
krankten. An den Zehen litten alle Nägel. Dieselben bestan 
den vergrößert fort, ohne ab Zufällen, und als Hunger- und 
Schmiercur Heilung bewirkten, wurden die Nagel nicht abge- 
stossen. Ihre Regeneration begann an der Spitze der Finger 
und verbreitete sich so über den Theil des Nagelbettes, an dem 
der Nagel losgetrennt war. Während er in der Mitte des Na 
gelbettes noch als eine zarte, dünne, äusserst empfindliche La 
melle erschien, war er an der Spitze schon fest und dick ge 
worden. [Jfom’s ^Archiv. 1835. Juli. ^iug.\ 
88. Fall von Elephantiasis scroti; vom Prof Dr. 
Seehig, jetzt zu Königsberg in Preussen. Der Tagelöhner W., 
34 Jahre alt, ward am 19. Juni 1832 wegen einer Geschwulst 
des Hodensacks operirt. W., von gesunden Eltern geboren, 
war von starkem Körper, hatte im 3. Jahre die wahren Po 
cken, im 5. die Masern bestanden, sich dann bis zum 8. wohl 
befunden, als plötzlich eine Drüsengeschwulst in der Regio in- 
guinalis tlexfra entstand, nach Anwendung erweichender Um 
schläge aufging, und nach Verlauf eines ^ Jahres heilte. Fünf 
4 Jahre darauf zeigte sich eine hühnereigrosse Geschwulst über 
der Sijmphysis ossium pubis, ergrifF die Haut des Penis, und 
erstreckte sich bis zum 10. Lebensjahre auch auf das Scrotum. 
Das Uebel ward Anfangs für einen Bruch gehalten, so lange 
vernachlässigt, bis die Geschwulst zu der Grösse von 2 Fäu 
sten angewachsen war. Im 20. Lebensjahre ward Pat., indem 
man Scrofulosis als Ursache des Leidens muthmasste, mit Mercurial- 
und Antimonialmitteln behandelt und nach 12 Wochen, nachdem 
sich ein Flechten-Ausschlag auf dem harten Scrotum gebildet hatte, 
wieder entlassen. Nach 4 Jahren entstand eine bedeutende 
Drüsengeschwulst am rechten Unterkieferwinkel, welche sich 
Pat. selbst mit dem Barbiermesser öffnete und heilte. Die Ge 
schwulst des Hodensacks ward inzwischen immer grösser, da 
bei schmerzhaft und weich, und der Kranke machte einen meh 
rere Zoll langen Einschnitt mit denl Barbiermesser, .wodurch 
sich viel Eiter, Blut und Wasser entleerte. Der Schnitt heilte, 
die Geschwulst wuchs jedoch noch mehr. Das Allgemeinbefin 
den war dabei ungestört, jede Verrichtung normal, Pat. ver 
mochte, wenn auch mit einiger Beschwerde, Feldarbeiten zu 
Verrichten, sogar zu reiten. Des Penis konnte sich Pat. nicht 
mehr erinnern, denn der Urin floss seit 10 Jahren aus einer 
Oeffnung in der Mitte der Geschwulst, und höchstens hätten ihn 
die Ereclionen und Pollutionen auf die Existenz desselben schlies- 
8fc 'i lassen können. Als Verf. Pat. in die Behandlung bekam 
m>d operirte, hing die Geschwulst, welche, vom Schamberge 
ms auf die Knie herabreichend , die Haut des Hodensacks und 
öcs Penis betraf, au einem dicken Stiele, der hinterwärts bis 
’ 13*
	        
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.