Full text: (Neueste Folge, Band 3 = 1836, No 17-No 24)

I. Pathologie, Therapie und medicinische Klinik. 13 
lichkeit verlangt, so wird es zwar in manchen Fällen vielleicht 
einer Zusammendrückung entschlüpfen, aber weit häufiger desto 
eher in die Klemme kommen , als es jetzt leichter von der zu 
sammendrückenden Darmportion erreicht und herangezogen wer 
den kann. II. Die Darm ei n schnürun g ist in einer 
Achsendrehung begründet, und davon sind bisher dreier 
lei Fälle beobachtet worden: a) ein Darmstück ist um seine 
"Eigene Achse gedreht; b) die Achse wird durch das Gekröse 
gebildet und an dieser ist der Darmkanal aufgedreht: c) eine 
Darmportion stellt selbst die Achse vor, um welche sich eine 
nndere grössere mit ihrem Gekröse so herumschlägt, dass sie 
alle Punkte der Achsenperipherie berührt, und somit einen auf 
alle, wenn auch nicht ganz gleichförmig vertheilten Druck aus- 
iibt. Allein diese 3 Unterarten compliciren sich auch miteinan 
der, wie einige der folgenden 6 Fälle darthun. — 1) Ein 54-jäh 
riger Taglöhner starb unter den Erscheinungen einer, den höch 
sten Grad erreichten Gedärmentzündnng, welche, bei dem Vor- 
handenseyn eines grossen linken Leistenbruchs, durch Einklem 
mung einer Darmverlagerung bedingt war. — Die im Epiga- 
strium und in den Hypochondrien gelagerten Eingeweide wa 
ren sämmtlich, besonders aber die Leber, hinauf- und zurück 
gedrängt, der ganze Dünndarm war, mit Ausnahme einzelner 
Stücke, um das "Vierfache seines normalen Durchmessers erwei 
tert, so auch der Glind- und aufsteigende Grimm-Darm. Die 
Häute der genannten Darmstücke erschienen dunkelblau und 
braunroth, suffundirt, aufgeschwollen und mürbe; der Inhalt 
des Darmes bestand aus graulich gelblichen, flüssigen Faeces. 
Aus der Milte des Kruinmdarmes war eine 1-y Schuh lange 
Schlinge durch den erweiterten finken Leistenring in einen gro 
ssen Bruchsack getreten und im Bruchsackhalse leicht einge 
klemmt. Der vorgelagerte Darm war nicht so ausgedehnt, wie 
der in der Bauchhöhle gebliebene, aber dunkler gefärbt, und 
die Darmhäute waren mehr angeschwollen. Das Ileum verlief 
von hier bis zur Grimmdarmklappe noch drei Schuh, w’ar nebst 
dem Blind- und aufsteigendem Grimmdarme ausgedehnt, und in 
Folge einer Zerrung des Dünndarmgekröses in grosse Windun 
gen gefaltet und zusammengedrängt. Der Blind- und auf 
steigende Grimmdarm ragte, von Luft- und aufge 
löstem Kothe strotzend, über alle BaucheingeweiJe 
empor und war etwas nach einwärts und um seine 
Achse gerollt. Letzteres nahm nach aufwärts gegen die rechte 
Flexur hin so zu, dass diese sich ganz nach einwärts hinüber 
warf und mit dem Quercolon fast parallel lag oder mit demsel 
ben einen sehr spitzen Winkel bildete, der den Darminhalt 
nicht durchliess. So ward gleichzeitig durch eine Duplicatur 
des Mesocolon ascend. und des benachbarten Stückes der untern 
Platte vom Mesocol. transv. eine sehr straffe Tasche gebildet, 
ln welche eine etwa 5 Zoll lange Dünndarmschlinge hineinge-
	        
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