Full text: (Neueste Folge, Band 3 = 1836, No 17-No 24)

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II, Materia medica und Toxikologie. 
obern, um 1 Zoll am mittlern, und um 1^ Zoll am untern 
Tlieile. — 3) Bei einem Tumor albus rheum. acut, des reck 
ten Kniees wurde der Baryt 6 Wochen angewendet, und damit bis 
zu 36 Gran gestiegen. Die Geschwulst verkleinerte sich um 1 
Zoll am obern und mittlern Tlieile und um ^ Zoll im untern, 
da das Uebel darauf stille stand, gab man Kaloinelpillen, doch 
ohne Erfolg, dann aber liess man in den Arm Mercurialeinrei- 
bungen machen. Nach diesen trat starke Salivation ein, die 
Schmerzen wurden viel gemildert und der Umfang der Geschwulst 
um 11- Zoll am obern, 1 Zoll am mittlern und Zoll am un 
tern Tlieile kleiner. — 4) u. 5) ln 2 Fällen von Tumor alb. 
scroph. chron. des Kniees gab mau den Baryt bis 38 Gran. 
Zuerst erfolgte rasche Wirkung, dann aber stand das Uebel 
still. Man gab deshalb Kalomelpillen mit Opium und wendete 
dann Mercurialfrictionen an. Der Erfolg war günstig. Später 
benutzte man Compression und Ung. Kali hydrojod. Beide 
Kranken waren darauf der Genesung nahe. 6) Ein 24jähriges, 
lymphatisches Mädchen litt seit 4 Jahren aii Kniegeschwulst, 
die heiss, empfindlich war und die Bewegung unmöglich machte. 
Pat. gebrauchte den Baryt 2 Monate und zwar von 6—48 Gran. 
Schmerzen und Umfang liessen darauf nach. Man unterstützte 
den Baryt durch Compression und Ung. jodin. und Pat. wurde 
geheilt. 7) ln Folge eines vor 11 Jahren erlittenen Falles 
wurde ein 23jähriges Mädchen von folgenden Beschwerden ge 
quält: Unmöglichkeit zu gehen, halbe Flexion des linken Schen 
kels dnd beträchtliche Geschwulst und Schmerzhaftigkeit des 
Kniees. Pat. nahm Baryt bis zu 26 Gran, die höchste für sie 
erträgliche Gabe. Während des ersten Monats besserte sich 
darauf das --Uebel bedeutend und nach einigen Monaten waren 
alle Schmerzen verschwunden. Später musste man aber den 
Baryt gegen Compression und Friction vertauschen, die den Zu 
stand um Vieles besserten. \Zeitschr. f. d. ges. Medic. Bd. 
2. Hfl. 4. nach: Gazelle medicale de Paris. 1836. Avril. 
Nr. 24.] 
67. Fall einer Intussusceptio intestini, durch re- 
gulinisches Quecksilber geheilt; vom Prof. Dr. Seerig in 
Königsberg. Im Sommer 1829 wurde S. in Breslau zur Frau 
eines Arbeitsmannes gerufen, die einen Bruch zu haben meinte 
und schon mehrere Tage bettlägerig war. Die 42jährige Frau, 
von kleiner Statur und phthisischer Constitution, hatte am Mit 
tage des vorigen Tages ein grosses mit Wasser gelülltes Fass 
auf einen Stuhl heben wollen, als sie plötzlich die heftigsten 
Schmerzen in der rechten Leistengegend fühlte. Durch eine 
schon früher vorhandene haselnussgrosse Geschwulst in der Lei 
stengegend auf Möglichkeit eines Bruchs aufmerksam gemacht, 
glaubte Pat. denselben zurückzubringen und, da dies mit der 
Hand nicht gelang, die Zuflucht zu einem schlesischen Volks- 
•nittel nehmen zu müssen. Die Mutter der Kranken legte näm-
	        
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