Full text: (Neueste Folge, Band 3 = 1836, No 17-No 24)

150 II. Materia medica und Toxikologie. 
Ganzen hat es unter 10 Fallen 5 Mal entschieden geholfen, 
xvahrend seine Wirkungen eben so oft unbestimmt, keine, oder 
selbst ungünstige waren. [Zeitsclir. f. d. ges. Medic. Bd. II. 
Hft. 4. nach: Revue med. fr. et. etrang. Fevr. 1836.] 
66. Ueber den Gebrauch des salzsauren Baryt’s 
gegen Tumor albus; von Lisfrxnc. Pirondi’s Versuche, 
der salzsauren Baryt bis zu 2 Drachmen auf 4 Unzen in 24 
Stunden gab, hat L., wie folgt, nachgeahmt. Er gab 6 Gran 
dieses Mittels in 4 Unzen Aqu. dest. gelöst stündlich, ausser 
eine oder 2 Stunden vor dem Essen, zu einem Esslöffel und 
stieg nach je 8 Tagen, wenn Pat. es vertrug, bis zu 48 Gran, 
welches die höchste Gabe war, die in Paris vertragen wurde. 
Die Cur erforderte Vermeidung des Fleisches und Weines und 
Vorsicht, dass die Mixtur gleichmässige Mischung behielt und 
nicht etwa, wie durchs Sonnenlicht, Niederschlag bildete, durch 
den die letzten Löffel zu viel Baryt enthalten und leicht jene 
Schmerzen und Schwere im Magen erzeugen würden, die dann 
mehrtägiges Aussetzen des Mittels um so nöthiger machten, je 
ausgesprochener die Reizung der Magenschleimhaut wäre, die 
sich durch Uebelkeit, Erbrechen etc. verriethe: Symptome, die 
im Eiweiss das beste Antidot finden. Die Wirkungen dieser 
Cur waren im Allgemeinen günstige und folgende: der Tumor 
albus wurde zuweilen ganz gehoben, oft um vieles verkleinert. 
Bei scrophulösen Kindern hatte sie den besten Erfolg; bei den 
meisten zeigte sie sich erst, nachdem man sie unterbrochen, von 
Neuem wirksam, wenn sie vorher, aus Gewohnheit des Kran 
ken, die .Krankheit stille stehen liess. Sie wirkte im acuten 
und chronischen Tumor gleichmässig, ohne bedeutende Beschwer 
den zu verursachen, nur rief sie oft Verlangsamung der Circu- 
lation hervor, bis zu einem Pulse von 80, 60 und 40 Schlägen 
in der Minute. Bei einigen w’aren 12 Gran so wirksam, wie 
bei andern eine weit höhere Gabe und die Beschwerden, die 
sie hervorriefen, waren in der Regel Zeichen der günstigen 
Wirkung. Nicht in allen Fällen konnte L. andere Mittel, locale 
Blutentziehungen, Coinpression etc. entbehren. Von besonderen 
Fällen theilt L. nachstehende mit: 1) ein junger scrophulöser 
Mensch von 17 Jahren hatte am Ellenbogen einen Tumor al 
bus mit 2 eiternden Fisteln. Das Uebel währte schon 5 Monate 
und war noch entzündlich und schmerzhaft. Pat. erhielt im 
Verlauf von 4 Wochen den Baryt bis zu 24 Gran. Die Schmer 
zen waren darauf fast verschwunden und der obere Theil des 
Tumor einen halhen Zoll kleiner. 2) Bei einem scrophulösen 
Subject von 21 Jahren fand sich seit 4 Jahren ein heisser, 
schmerzhafter, unbeweglicher Tumor albus acutus an beideu 
Ellenbogen. Pat. nahm den salzsauren Baryt 3 Monate lang 
und stieg bis zu 30 Gran. Am rechten Arme verkleinerte sich 
darauf die Geschwulst um 2 Linien am obern und £ am mitt- 
leru Theile; am schmerzhafteren liukeu Arme dagegen um £ am
	        
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