Full text: (Neueste Folge, Band 3 = 1836, No 17-No 24)

I. Pathologie, Therapie und medicinische Klinik. 137 
im Epigastriiiin, doch ohne Schlafsucht, einfand. Bei der Un 
tersuchung waren der 5. und 6. Brustwirbel empfindlich. Nach 
8 blutigen Schröpfköpfen besserte sicli das Allgemeinbefinden 
auffallend und nach Wiederholung derselben und der Anwen 
dung des Ung. Aulcnr. bis zur Pustelbildung war die Frau in 
5 Tagen hergestellt. 3) Ein abgelebter, ausgemergelter 67jähri- 
ger Hofmeister stand in der 3. Woche der Krankheit. Diarrhöe, 
Schlafsucht und prellender Husten mit Erstickungszufallen uud 
Brausen vor den Ohren waren die Hauptplagen. Ein Vesica- 
tor au 1 die Brust hatte nichts gelindert. W. fand den 5. und 
6. Brustwirbel schmerzhaft, liess dort eine spanische Fliege le 
gen und von der Zeit erholte sich der Alte, zwar langsam, doch 
so, dass er in 9 Tagen ausser dem Bette seyn konnte. 4) Ein 
Weissgerber hatte ebenfalls ein 3wöchentliches catnrrhalisches 
Nervenfieber überstanden, als er, unter fast zerfliessenden Schweis- 
sen, den prellenden Husten mit Schmerz im Epigastrium be 
kam , wenn auch die übrigen Erscheinungen sich schon so ver 
loren hatten, dass man ihn fiir Convalescent nehmen konnte. 
Auch hier war der 5. und 6. Brustwirbel schmerzhaft und wie 
derholtes Schröpfen daselbst hob auch hier bald alle Leiden. 
Ausser diesen 4 Kranken beobachtete W. um dieselbe Zeit: und 
an demselben Uebel noch 6 andere Kranke und unter diesen 
eine im Wochenbette erkrankte Böttchersfrau, die unter den Er 
scheinungen allgemeiner Lähmungen starb. Bei keiner dieser 5 
Kranken nahm W. iudess jene Zeichen wahr, die, wie bei den 
ersten 4, aut Leiden der Wirbelsäule gedeutet hätten. Die 
Krankheit hörte nun auf, sie war überhaupt auch nur spora 
disch vorgekommen. — Eine merkwürdige Rückenmarkskrank- 
heit hatte der Verf. noch in den letzten Tagen des Nov. zu be 
handeln. Eine Bäckersfrau, sehr vollblütig, zu Ohnmächten 
geneigt, der schon vor 2i- Jahren wegen heftiger Pneumonie in 
3 Tagen 3 Mal sehr stark zur Ader gelassen worden war, die 
Menge der Blutegel gar nicht erst zu erwähnen, war ein Jahr 
darauf von einem gesunden Kinde entbunden worden und be 
fand sich damals im Oct. im 8. Monate schwanger, als sie sich 
heftig erkältete. Sie fühlte darauf Schwindel, Eingenommenheit 
des Kopfs, Schwere in den Armen und Beinen, die allmählig 
in Taubheit und Unbeweglichkeit überging. Oelfnung fand sich 
nicht, mit dem linken Auge sah Pat. schlechter, als mit dem 
rechten und der Nacken war schmerzhaft. Bei diesen Zufällen 
ging die Frau noch 14 Tage herum. Am 19. wurde W. ge 
rufen, als schon völlige Lähmung der beiden Oberextremitäten 
uud Parese der untern eingetreten war. Ein starker Aderlass 
brachte Nachlass der Kopfschmerzen und besseres Sehen auf dem 
linken Auge und ein Inf. Senn. Oelfnung. Bei einem Inf. 
Arntcae c. Tart. stib. und einem Vesicator im Nacken änderte 
sich die Sache nicht; Pat. erhielt nunKalom. mit Nux vowic., 
"Wobei dennoch der Stuhlgang durch Elect. e Scnna befördert
	        
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