Full text: (Neueste Folge, Band 3 = 1836, No 17-No 24)

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IV. Gynäkologie und Pädiatrik. 
len sicli der hier so wichtigen Diagnose anfangs grosse Schwie- 
rigkei:en entgegen, das Uebel schleicht sich langsam ein, ohne 
anfangs auffallende Symptome, oder besonderes Unwohlseyn zu 
erregen. T. schmeichelt sich nicht, besonders da er keine ste- 
thoskopisclien Beobachtnngen austeilen konnte, das Dunkel auf 
zuklären, glaubt aber docli, durch traurige Erfahrungen belehrt, 
cs etwas erhellen zu können. Wenn nach den erwähnten Krank 
heiten, bei gestörten Krisen, nach anfangs anscheinendem Wohl- 
seyn der schon normale und langsame Puls wieder schnell und 
klein, zu Zeiten auch irregulär wird, wenn sich zugleich trock- 
nes Hüsteln ohne allen Schmerz und Auswurf, einstellt, das 
Herz in grösserem, als normalem Umfange schlägt, die Schläge 
desselben undeutlich sind und mehr einem Wallen gleichen, die 
Kranken Druck und dumpfen Schmerz unter dem Brustbeine 
nach links hin empfinden, sie, ohne dass sie selbst darüber 
klagen, offenbar kurzathmiger als gewöhnlich sind, das Gesicht 
einen eigenen, kaum zu beschreibenden leidenden Ausdruck an 
nimmt und sich dazu unangenehme, besonders Abends bemerk- 
liclie Hitze der Hände und beständiges Klopfen der Jugularvenen 
findet, so steht die hier besprochene Krankheit zu fürchten. 
Die Kranken gehen dabei nicht allein herum, sondern besorgen 
auch ihre gewöhnlichen Beschäftigungen, besuchen die Schule 
etc., fühlen sich nicht besonders unwohl, nur sind sie leicht 
etwas angegriffen, meiden horizontale Lage im Bette, werden 
nach körperlicher Bewegung ungewöhnlich kurzathmig und zei 
gen sich besonders reizbar, auch wenn sie es früher nicht wa 
ren. Dass es zu dieser Zeit noch sehr schwer hält, die begin 
nende Structurveränderung von bloss sympathischer Ileizung des 
Herzens und von andern Uebeln zu unterscheiden, giebt der 
Verf. gern zu, doch glaubt er, dass bei genauer Beobachtung 
die Beachtung der vorhergegangenen Krankheiten und das auch 
bei vollkommner Ruhe nicht gänzliche Verschwinden der ver 
mehrten Herzthätigkeit auf den rechten Weg leiten können. 
Jedenfalls ist es gut, die sonst, besonders bei Kinderkrankhei 
ten, so geeignete Expectativmethode zu verlassen, da sie un 
ausbleiblich zum Verderben führt und eher etwas zu viel, als 
zu wenig zu thun. Nur kräftiges antiphlogistisches Verfahren, 
völlige Ruhe des Körpers und der Seele und strenge Vermin 
derung aller reizenden, nährenden Mittel können jetzt vielleicht 
noch helfen. Dem Verf. ist es freilich bis jetzt nie so gut er 
gangen, doch wirft er sich auch selbst vor, auch bei von ihm 
vermutheter Entwickelung des Uebels nicht energisch genug ver 
fahren zu seyn. Ist diese Zeit vorüber, ohne die Entwickelung 
des Uebels zu hemmen, so schreitet es langsam weiter. Es 
können Monate, ja Jahre bis zum endlichen erwünschten Tode 
yergehen und während dieser Zeit scheinen zu Zeiten Pausen 
»n der Zunahme des Uebels zu erfolgen, wenigstens können 
Wochen verfliessen, in denen man eher Besserung, als Ver 
schlimmerung wahrnimmt. Der Verlauf ist folgender: die Herz-
	        
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