Full text: (Neueste Folge, Band 3 = 1836, No 17-No 24)

122 IV. Gynäkologie und Pädiatrik. 
Kopf - und Gesichtslage in Kopfstellung zu verwandeln, viel 
leicht erlaubt hätte. Geräumigkeit des Beckens, eben abgeflos 
senes und noch theilweise abgehendes Fruchtwasser, erst er 
wachte Wehen, die das Gesicht noch nicht ins Becken herab 
gepresst hatten, und Abwesenheit jedes Krampfzustandes hätten 
ihn wohl hier ausfiihren lassen, was er sonst * fiir unthunlieh 
hält. Die Sache wäre jedenfalls bei der immer hohen Gefahr 
für das Leben des Kindes, mit den Füssen vorausgeboren zu 
werden, des Versuchs werth gewesen, zumal da, wäre der 
selbe nicht geglückt, die Wendung auf die Füsse vorgenommen 
•werden konnte. — Ausserdem beweisst dieser Fall noch, wie 
weit der Geburtsact, selbst da, wo die Wendung auf die Füsse 
ange^eigt ist, vorrücken kann ohne fühlbare Contraction des 
Uterus. Die Frau erwacht nach ruhiger Nacht, das Fruchtwasser 
geht ab, und so schleunig auch H. ankommt, findet er doch 
schon den Muttermund zum Einführen der Hand geöffnet. 
[Neue Zeit sehr. f. Geburtsk. v. Busch, d’ Outreponl und Bil 
gen. Bd. IV. Hfl. l.j 
54. Ueber Hj r pertrophie des Herzens mit Erwei- 
terung desselben, als Kinderkrankheit; vom M. lt. 
Br. Toel zu Aurich. T. will die genannte Krankheit nicht als 
eine dem kindlichen Alter vorzugsweise eigene, als eigentliche 
Kinderkrankheit darstellen, sondern nur darauf aufmerksam 
machen, dass die Hypertrophie des Herzens sich zu Zeiten nach 
gewissen, dem kindlichen Alter vorzüglich eigenen Krankheiten 
entwickele, in diesen also ihr äusseres Moment zu finden scheine 
und dass diese Entstehungsweise bisher vielleicht nicht genug 
beachtet wurde. Die Krankheiten selbst bei und nach denen 
der Verf. diess beobachtete, sind: entzündliche Leiden der Brust, 
Masern, Scharlach und Keuchhusten. Vom rheumatischen Kvank- 
heitsprocesse, der, wie bekannt, so grosse Neigung zur Bildung 
von Herzfehlern hat, sah er noch keine Hypertrophie des Her 
zens entstehen, wohl aber bei Erwachsenen acute Pericarditis. 
Sollen aber diese Krankheiten den traurigen Ausgang in Hyper 
trophie des Herzens nehmen, so müssen bei den 3 erstem die 
ihnen eigentümlichen Krisen, bei entzündlichen Leiden beson 
ders durch versäumte Blutausleerungen, gestört werden. Beim 
Keuchhusten hat T. keine besondere Veranlassung dieses Aus 
ganges aufgefunden, er entstand wenigstens ohne dass irgend 
entzündliche Symptome vorhergingen und es mag wohl die durch 
häufigen Husten angeregte grössere Thätigkeit des Herzens und 
vermehrter Blutzufluss, unter sonst noch unbekannten prädispo- 
nirenden Momenten, allein hinreichen, ihn zu bewirken. In 
allen Fällen, die der Verf. beobachtete, endigte das Uebel nach 
langen Leiden mit dem Tode, und Heilung ist, wenn es sich 
einmal ausgebildet hat, wohl nie möglich, vielleicht ist es aber 
möglich die Ausbildung, bei frühzeitiger Erkenntniss, zu ver 
hindern, oder auch, bei noch unvollkommener Entwickelung, es 
zu beschranken, zum Stillstände zu bringen. Leider aber stel-
	        
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