Full text: (Neueste Folge, Band 3 = 1836, No 17-No 24)

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^ III. Chirurgie und Ophthalmologie. 
ter, oder sonst fremde Körper zu entfernen, auch im Arme 
Blutcirculation noch Statt fand, so nahm H. Anstand, jene ver 
stümmelnde Operation sogleich zu vollziehen. Ununterbrochen 
fortgesetzte kalte Umschläge thaten der Entzündung und dem 
Brande Einhalt, die Brandblasen verloren sich, der jauchige 
Ausfluss wurde zu gutem Eiter und die weitere Behandlung 
liess immer mehr hoffen, dass man den Arm erhalten werde. 
Der zu befürchtenden Infiltration von Eiter aus einem Depot 
über dem Schulterblatte beugte man durch entsprechende Hal 
tung des Körpers vor, Ende Nov. aber wurde noch eine Ge 
genöffnung am Ellenbogen nöthig, indem sich auch hierher der 
Eiter gesenkt hatte. Der Stand der Sachen wurde nun täglich 
besser. Ende Dec. hatten sich die Knochenenden bereits zur 
Vereinigung genähert und Mitte Jan. hatte die Vereinigung 
schon Festigkeit erhalten und Ende Febr., also 4‘- Monat nach 
der Verletzung, war Pat. ganz hergestellt. Der complicirte 
Armbruch war völlig geheilt, und der Arm ohne Verunstaltung 
und nur, in Folge des Verlustes an Knochensubstanz, um 4 Zoll 
verkürzt und im Umfange etwas geschwunden, was sich aber 
w ohl mit der Zeit noch ausgleichen dürfte. Die Bewegung des 
Arms war mit der Beschränkung nach allen Richtungen hin frei, 
dass wenn der Arm, besonders von der Seite her, über die 
Höhe der Schulter hinaus nach dem Kopfe zu erhoben wurde, 
keine zirkelförmige Bewegung damit gemacht werden konnte, 
was vielleicht in Verletzung und nachheriger partieller Ver 
wachsung des Kapselbandes mit den benachbarten Theilen lag. 
[Med. Zeit. v. Vereine f. Heilte. in Pr. 1836. Nr. 30.] 
45. Exarticulation im Schultergelenke; vom Esca- 
dron-Chirurgus Babbach in Treptow a. d. R. Am 4. Febr. 
Abends wurde B. zu einem 42jährigen Windmüller von robu 
ster Constitution und phlegmatischem Temperamente gerufen, der 
am Arme bedeutend beschädigt seyn sollte. B. fand den Arm, 
vom Körper getrennt, auf dem Tische, in einem Tuche einge 
schlagen, liegend, den Kranken aber, mit grossen Schmerzen 
ringend, im Bette. Wo der Arm abgerissen war, hatte man, 
um die Blutung zu hemmen, eine Masse Bettlaken etc. hinge 
legt. Nach Entfernung derselben erfolgte wieder heftige Blu- 
twng, die der Verf. sogleich durch Compression der Art. sub 
clavia oberhalb des Schlüsselbeins hemmte. Der Arm war eine 
Hand breit vom Ellenbogengelenke, nachdem die Hand zerquetscht, 
der Vorderarm 2 Mal gebrochen und das Ellenbogengelenk nach 
hinten verrenkt worden war, vom Körper getrennt und die 
Haut oben bis einen Fingerbreit vom Acromion , unten der ganze 
behaarte Hauttheil der Achselhöhle mit abgerissen worden, so 
dass der noch übrige Stumpf ohne Haut dastand. Nach Angabe 
es Verunglückten sollte die Hand von einem Sacke, der ins 
aderwerk gekommen und den er habe herausziehen wollen, ge- 
asst wotfBen seyn. Es sej ihm nicht möglich gewesen, die 
anc * "ieder herauszubekommen und er habe deshalb mit dem 
Summariiun tl. Medici». 1836. III. 8
	        
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