Full text: (Neueste Folge, Band 3 = 1836, No 17-No 24)

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III, Chirurgie und Ophthalmologie. 
schon 14 Tage vergangen wären, wollte er nicht glauben. In 
den nächsten Tagen verwechselte er oft noch den Wärter mit 
den andern Personen, die sich um ihn befanden. Der Kopl 
hatte nunmehr zwar seine Haltung gewonnen, doch fand sich 
noch Schwindel vor, so wie Neigung zum Erbrechen beim 
schnellen Aufrichten. Pat. erhielt nun nur ein Inf. jlor. Ar- 
nicae, unter dessen Gebrauche Pat. bis zum 25. so weit her 
gestellt wurde, dass er aus der Kreisheilanstalt entlassen wer 
den und nach einigen Wochen seiner Arbeit wieder nachgehen 
konnte. [Med. Zeit. v. Vereine f. Heilk. in Pr. 1836. Nr. 
34. j 
43. Bedeutende Kopfverletzung; vom Kreis-Chirur» 
gus Thomas in Wreschen. Ein I4jähriger Dienstjunge wurde 
von einem Pferde auf der Weide über das rechte Auge geschla 
gen , wodurch eine von der Nasenwurzel nach dem rechten Ohre 
laufende, 2N Zoll lange, den Knochen durchdringende Wunde 
entstand, deren Ränder soweit auseinander klafften, dass die 
Hirnhaut und die Pulsation des Gehirns deutlich zu sehen war. 
Ein losgetrenntes, nach innen gedrücktes Stück des Ossis fron- 
iis, 1 Zoll lang und \ Zoll breit, wurde mit der Pincette weg 
genommen. Blut war sehr viel verloren gegangen. Erbrechen 
und Besinnungslosigkeit währten bis zum andern Tage, wo das 
Bewusstsein wiederkehrte und nach und nach völlige Genesung 
eintrat. Ununterbrochene eiskalte Umschläge, sparsame, leichte 
Kost, gelinde Salzabfiihrungen und Zusainmenziehen der Wund 
ränder mit Heftpflasterstreifen waren die allein angewendeten 
Mittel und die Narbe wurde so unbedeutend, dass sie nach blu 
tiger Naht nicht besser hätte werden können. [Med. Zeit. v. 
Vereine f. Heilk. in Pr. 1836. Nr. 34.] 
44. Glücklich geheilte Zerschmetterung des Ober 
armknochens in der Nähe des Schultergelenkes; vom 
Regimentsarzte Pr. Hohn. (A. d. Militär-Medicinal-Berichten.) 
Ein Ulan erhielt am 19. Oct. auf einem Coinmando ausserhalb 
der Garnison von einem Kameraden aus Versehen einen Pisto 
lenschuss durch den Oberarm, dicht unter dem Schultergelenke. 
Der nach der Garnison zurückgebrachte Verwundete wurde dort 
von einem Arzte untersucht und da dieser für unverzügliche 
Absetzung des Arms aus dein Schultergelenke stimmte, so wurde 
der Regimentsarzt Dr. Horn vom Staabe herbeigeholt. Dieser 
fand den linken Oberarm, dicht am Gelenkkopfe, ganz zerschmet 
tert. Die Kugel war hinten in den Oberarm eingedrungen und 
vorn an der Achselhöhle w ieder herausgegangen, doch ihre Kraft 
durch Zerschmetterung des Arms so gebrochen worden, dass 
man sie im Unterfutter der Jacke vorfand, die sie in der wei 
tern Bewegung aufgehallen hatte. Oberarm und Schulter wa 
ren sehr entzündet, geschwollen und Ersterer mit Brandblasen 
besetzt. Das Allgemeinbefinden war übrigens gut. Da die 
Oeffuung übrigens gross genug war, um reizende Kuochensplit'
	        
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