Full text: (Neueste Folge, Band 3 = 1836, No 17-No 24)

101 
II. Matena medica und Toxikologie. 
ner Strömung empor, sondern, nachdem sie einige Stunden fort 
gesprudelt, sinkt sie plötzlich nach unmittelbarem Erschallen ei 
nes dumpfen Tons in die Tiefe zurück, in den Schacht bis aul 
12, auch wohl auf 16 Fuss. Hat sie diese Tiefe erreicht, so 
steigt sie allmählig wieder zur gewöhnlichen Höhe empor, auf 
der sie sich in fortwährendem Quellen und Sprudeln hält, bis 
das Zuriicksinken von Neuem anfängt. Dieses Emporsteigen 
und Zuriicksinken der Quelle ging in den ersten Jahren ziem 
lich unregelmässig vor sich, später aber nahm es allmählig 
an Regelmässigkeit zu , ohne jedoch ganz regelmässig zu 
werden. In 24 Stunden steigt und fällt sie seit den letz 
tem Jahren 6 — 9 Mal. Gewöhnlich bleibt sie zwischen 
2 — 3 Stunden in gleicher Höhe, während Zurücksinken und 
Steigen bis 1 Stunde Zeit fordern. So lange die Quelle oben 
ist, gewährt sie durch fortwährendes Brausen und Wallen 
und Wogen und SchimiUern ein sehr anziehendes Schauspiel. 
Was bei so vielen andern Erscheinungen vorkommt, besonders 
im krankhaften Leben, findet sich auch hier, dass nämlioh die 
Fluth um so länger anhält, je seltener sie innerhalb einer be- < 
stimmten Zeit folgt und umgekehrt. 2) Gleichzeitig mit der 
Soole, dieselbe Ebbe und Fluth einhaltend, steigt eine bedeu 
tende Menge Gas empor. Höchst wahrscheinlich wird das 
schäumende Brausen und Wogen derselben durch dieses Gas 
verursacht. In der Regel steht es etwas über 3 Fuss über dem 
Niveau der Soole. t)iese Höhe ist aber nicht immer dieselbe; 
vor Gewittern und in den Morgenstunden ist sie grösser. Ob 
die Menge des emporsteigenden Gases immer die nämliche ist, 
konnte bisher noch nicht ermittelt werden, wie man denn über 
haupt die in einer bestimmten Zeit hervorbrechende Quantität, bis 
jezt noch nicht feststellte. Dass sie sehr bedeutend ist, zeigt 
schon die oberflächliche Beobachtung. Sie steht mit der Menge 
der Soole, die in einer Minute 40 Kubikfuss beträgt, in glei 
chem Verhältniss. Diese 3| Procent liefernde und 15° R. Tem 
peratur besitzende Soole enthält ausser salzsaurem Natron fast 
dieselben Salze wie der Ragotzy und grossen Reichthum an 
Eisen. Zu Bädern verwendet, ist sie von ausgezeichneter 
Wirkung. Das Gas hat alle Eigenschaften des kohlensauren 
Gases. Versuche an der Quelle ergaben im Allgemeinen ganz 
dieselben Resultate, wie andere Gasquellen. Was die Quelle 
ohne Zweifel bedingt durch Individualität derselben etwa Ab 
weichendes ergab, wird B. an einein andern Orte berichten. 
Eine durchgreifende Analyse zur Feststellung des quantitativen 
Verhältnisses des kohlensauren Gases zur atmosphärischen Luft, 
zum Stickstoffe und zu Sauerstoff, so wie zum kohlensauren 
f>as, das nach Kastner’s mündlicher Angabe darin enthalten 
1 ® t » fehlt noch. Durch diese verschiedenen Verhältnisse wird 
das Eigenthümliche der Kissinger Gasquelle bedingt. Eine der 
Wichtigkeit dieser Quelle entsprechende Anstalt findet sich vor
	        
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.