Full text: (11. Band = 1835, No. 9-No. 16)

i;8 111. Pathologie, Therapie uud mediciuische Klinik. 
gebildeu sind Störungen zugegen, die nicht aus dem Vegeta- 
tiousprocesse, sondern durch Momente hervorgegangen sind, die 
das Organ ganz allein ergriffen haben. Hierdurch wird nun das 
Gangliensystem verstimmt und somit auch der Vegctationsprocess 
fehlerhaft, wovon der Status ‘gastricus unausbleibliche Folge ist. 
15s kann dies durch Fehler der Ingesta, Entzündung, Erethis 
mus, Cougestion einzelner Abdominalorgane, unzweckmässigen 
Arzneigebrauch etc. geschehen. Kommt aber Verstimmung des 
Gangliensystems durch Veränderung des innern Zustandes des 
Vegctationsprocesses allein zu Stande, so ist auch zugleich da 
mit der Status gastricus gesetzt, und er erscheint dann selbst 
ständig. — Diese Angabe fand B. oft schon am Krankenbette be 
stätigt und sie führte ihn jedesmal zur richtigen Erkenntniss der 
-f- oder — Theilnahme des Gangliensystems am gegebenen Krank 
heitsfälle, wodurch dann die Behandlung bestimmt wurde. — Aus- 
g macht ist, dass die Zunge das Organ ist, das, wie der oberste 
Wipfel des Baumes auf den Zustand des Stammes, so auch auf 
den Zustand der Vegetation hinweist. Sie verhält sich wie der 
emptindlichste Thermometer. B. hat in Milzaffcction nach Ge- 
müthsaffectcn, die auf das Gangliensystem nachtheilig einwirkten, 
und in deren Folge Cougestion nach diesem Organe mit Erethis 
mus entstand, hei Individuen mit sogenannter Abdominalplethora 
grünlichen Beleg der linken Zungenhälfte, in Leberleiden nach 
denselben schädlichen Einwirkungen und bei Physconia hepatis 
bei denselben und bei andern Individuen gelblichen Zungeubeleg 
der rechten Seite und in ähnlichen auf den Magen allein be 
schränkten Leiden weissen Beleg auf der Zungenvvurzel beobach 
tet. ln diesen Fällen war die Affeclion auf ein einzelnes Organ 
beschränkt. Sie kann sich aber auch auf einige Organe, Leber 
und Magen, oder Milz und Magen ausdehnen. Dann nimmt der 
Beleg die ganze Zunge ein und wird pigmentirt, je nachdem 
die Leber, oder die Milz vorwaltend ergriffen ist. Ist es der 
Magen, so bleibt der Beleg weiss, und man bat dann hei der Be 
handlung auch keine besondere llücksicht auf das mitleidende 
Organ zu nehmen. B. erwähnt dieses Umstandes nur sofern er 
Ganglienleiden chronischer Art im Auge hat, und er ist für ilut 
hinsichtlich der Cur besonders leitend, wenn seine Entstehung 
secundär ist, worüber man meist bald Aufschluss erhält, ln sol 
chen Fällen kümmert sich B. meist wenig um den Status gastri 
cus, und er richtet sein Augenmerk meist sogleich auf die Affe- 
ction des Gangliensystems und sieht dann immer mehr ein, wie 
wahr Boerhaave’s Ausspruch: in ferro est aliquid divinum, ist. 
Die Beziehungen des Eisens zum genannten Systeme sind speci- 
fisch und wirkten in den vielen aiifgezeichncteu Fällen nur in 
dieser Beziehung, wenn sie auch anders gedeutet wurden. [Med. 
Corresp.- Blatt d. wiirtt. iirztl. Vereins, lid. IV\ Nr. 26.] 
40. Die periodische Erneuerung der Ku hpocken- 
lymphe betreffend vom K. Phys. I)r. Ehermajer in Düssei-
	        
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