Full text: (11. Band = 1835, No. 9-No. 16)

II> Pathologie, Therapie und raedicinische Klinik. 4?? 
Sorgen, Miihen, Anstrengungen 'und Gefahren aller Art ausge- 
er nicht genötliigt gewesen, seiner. Ermattung und Erschö- 
l'iung durch eine seinem schleichenden linneren Krankheitszu- 
^•»nde — dem sein männlicher. Mutli und ein volles Maass von 
orperkraft hei einer höchst robusten Constitution Jahrelang Trotz 
,( »t, wie er ja auch den Mühseligkeiten vieler und besonders der 
'"ssischeu Feldzüge und selbst mehreren schweren Verwundun- 
S l!|1 im Kriege glücklich obgesiegt' hätte, —< wenig entspre 
chende Diät und Lebensordnuiig, z. B. durch den hisweiligen, 
'•‘•wohl nicht unmässigen Gebrauch von Spirituosen zur Betäu- 
oiing der heftigen Schmerzen, zu Hülfe zu kommen, so wäre es 
'Jelleicht möglich geworden, den im Verborgenen schleichenden 
e, nd erfolgreicher zu bekämpfen und, iwcnn auch nicht vollkom 
mene Heilung des Uebels zu erreichen, doch wenigstens dessen 
'veitere Fortbildung und Entwickelung zu einem so> furchtbaren 
’md lödtlichen Grade zu unterbrechen, und sein Leben noch auf 
e jne längere Reihe von Jahren hinaus zu fristen. Unter den 
obwaltenden Umständen aber musste die Krankheit mit jedem 
unaufhaltsam weiter fortschreiten; sein ruheloses, mühe- 
'olles, ungeregeltes Leben beförderte, beschleunigte seinen Tod. 
2-44. Merkwürdige Dysurie mit tödtlichem Aus 
luge; ein Beitrag zu den traurigen, nach Jahren hervorbre- 
obenden Wirkungen der bloss örtlich und unvollkommen behan 
delten Syphilis; von l)r. Wai.thi.r zu Baireuth. Es ist hin 
gehend bekannt, dass die Syphilis, wo sie in ihrer primären 
J ur m nicht gründlich geheilt wird, früher oder später wie 
der zur Wirksamkeit kommt und in dieser Perturbation und der 
'eilen Weite ihrer Entwickelung die Form aller Krankheiten au- 
delimen kann und zwar oft in so scheinbar entfremdeter Gestalt, 
dass es selbst dem Geübten Mühe macht, sie in dieser als die 
selbe zu erkennen, wenn auch hiervon allein die Rettung des 
J'fanken abhängt. Eins ist ro gewiss wie das andere, und wie 
äuge es auch der Theorie noch unmöglich seyn wird, die Mög- 
jehkeit der Thatsache zu erklären, dass der miasmatisch - syphi- 
‘dische Krankheitsproces8 10 — 12, ja mehrere Jahre wie sus- 
Pcndirt seyn, und erst nachher in einer seiner vielfachen Formen 
*ur regen Gestaltung kommen kann, so bleibt sie für den Practi- 
* er nichts desto weniger als solche stehen und lässt sich nicht 
^ogdemonstriren. Unter diesen Umständen ist es als wahres 
. dek der individuellen Natur anzusehen, wenn primär syphili- 
*sch-chancröse Geschwüre durch das blosse, hier und da der 
“wissenheit noch immer genügend scheinende Aetzmittel, ohne 
,|, * s syphilitische Specificum, nicht geheilt werden können, denn 
dies auf diesem einseitigen W'ege geschieht, da hat Pat., wenn 
nic ht bald nachher chancröse Mundgeschwüre sich einslellen, si- 
das Unglück, nach längerer, oder kürzerer Zeit von der Sy- 
P lu, is in ihrer entferntem und so täuschenden Gestalt so ergrif- 
Ien zu werden, dass sein Leben nur rora glücklichem Moment
	        
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