Full text: (11. Band = 1835, No. 9-No. 16)

474 II. Pathologie, Therapie und medicinische Klinik. 
die Steinclieu, den angegebenen Erscheinungen nach, aus Broii' 
chieu, oder Lunge selbst kommen mussten, folglich auch *l* e 
Bildungsstätte dieser steinartigeu Erzeugnisse in diesem Organe 
zu suchen ist, so geht seine Ansicht immer wieder dahin zurück» 
dass der Kern auch hier seine Ruhestätte gehabt habe. Vieles 
zum Aufschlüsse dieses Dunkels würde ein Arzt beitragen kö»' 
uen, der diesen Kranken in der JVähe hatte und ihn einige Zeit 
behandelte. Wäre letzteres der Fall gewesen, so würde sich W* 
sehr freuen, wenn ein College diese JMittheilung vervollkommnen 
wollte. [Hufeland's Journ. d. prakt. Heilk., 1835, Mai.] 
243. Seltener Fall von Verwachsung der Unter* 
leibsorgane nebst ungewöhnlicher Anfüllung der 
Galleublase rai'. Gallensteinen; von Dr. Lippert in Lei' i 
zig. Im Februar 1834 kam mir der nachstehende, höchst merk* 
würdige Krankheitsfall, leider nur in den letzten Lebenstageti 
des Leidenden, zur Beobachtung vor, dessen schwierige Diagnose 
erst die nach dem Tode mit aller Vorsicht angestellte Leichen* 
öifnung vollkommen aufzuhelleu im Staude war. Mein geschätz- 
ter Freund und College, Herr Prof. l)r. Kleinert allhier, hatte 
dem Kranken bei früheren Anfällen schon seit längerer Zeit wie 
derholt hülfreich beigestanden und nur, weil er selbst durch Un 
wohlsein für einige Tage abgehalten wurde, hatte ich Gelegen 
heit, den Fall noch kurz vor dem Tode zu beobachten und die 
Section zu unternehmen, welcher Hr. Dr. Kleinert und noch 
einige jüngere Aerzte auf meinen Wunsch beiwohnten. Da die 
Witwe des Verstorbenen auf eine Pension Anspruch machen wollte, 
weil derselbe wahrscheinlich in Folge seines schweren Dienstes 
sich seine Krankheit zugezogen und derselben unterlegen war, 
so wurde ich veranlasst, ein ausführliches, motivirtes Gutachten 
über den Ursprung und Verlauf der Krankheit und deren ursäch 
lichen Zusammenhang mit dem darauf erfolgten Tode abzugebeu, 
dem Hr. Prof. Dr. Kleinert, als früherer Arzt, der auch den 
Kranken länger und genauer zu beobachten Gelegenheit gehabt 
hatte, in allen Punkten beitrat. Ich erlaube mir, statt einer aus 
führlichen Krankengeschichte, die ich unter den obwaltenden Um 
ständen zu liefern ausser Stande bin, hier jenes Gutachten mit- 
zutheilen, welches die wesentlichsten Momente enthält, die z»r 
Erkenntnis und Beurtheilung des Falles beitragen können. —" 
Am 24. Febr. v. J. Morgens 7 Uhr starb J. H. S., königl. preuss. 
Post-Schirrmeister, 54 J. alt, nach den qualvollsten, mit selte 
ner Standhaftigkeit ertragenen Leiden, deren Grund seine lang 
wierige Krankheit und deren furchtbare Symptome zwar ahnen» 
aber erst die am Tage nach seinem Dahinscheiden mit Genauig 
keit angestellte Leichenöffnung sicher und unzweideutig erkennen 
liess. — Erst seit dem 17. Febr. hatte die plötzliche Steigerung 
seiner Drangsale ihn wider seinen Willen au das schmerzeurei- 
chc Lager gefesselt, und unter immerwährender Verschlimmerung 
seines Zustandes verschied er nach einer kurzen, täuschende»
	        
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