Full text: (11. Band = 1835, No. 9-No. 16)

11. Pathologie, Therapie Und tnedicinische Klinik. 459 
wnsstlosigkeit; um Mitternacht Tod. \Allgem. med. Zeitung. 
4pril, 1835.] 
237. lieber das im J. 1834 herrschend gewesene 
^ervenfieb er; von I)r. Bkrkun in Guben. Was seit mehre- 
r ®n Jahren aus Nähe und Ferne über Umänderung der stehenden 
Kranklieits-Constitution gemeldet worden ist, war grösstentheils 
««ch auf Guben und die Umgegend anzuwenden. Doch trugen 
‘Ke Krankheiten, und namentlich die fieberhaften, nie so deutlich 
das Gepräge der Asthenie, als seit vorigem Sommer. Nachdem 
sich, in Folge der ausserordentlichen Hitze, rheumatisch - biliöse 
Diarrhöen, Koliken, Brechdurchfälle und ähnliche Leiden, mit 
Vorherrschendem Ergriflenseyn des Sonnengeflechts, vielfach ge- 
z ®igt hatten, kam häufig eine selbstständige Fieberform vor, die 
s '«h durch starke gastrische Beimischung und Synochus - Charak 
ter als gastrisches Nervenfieber deutlich zu erkennen gab, und 
“Kuiählich eine Herrschaft gewann, die für das durch gesunde 
Da ge ausgezeichnete Guben ganz ungewöhnlich war. — Efi ist 
nicht die Absicht des Verfs. eine ausführliche nosologische Dar 
stellung dieser Epidemie hier zu geben, sondern nur kurz miitzu- 
tKeilen, was sich im Verlaufe derselben Bemerkenswerthes und 
Digenthümliches fand. Die Krankheit trat als Fehns continua 
c °nlinens auf und nahm zunächst den Digestionsapparat, und 
*War anfangs die ersten Wege in Anspruch. Später kam Em 
pfindlichkeit des Unterleibs und oft unbezwingbare Neigung zu 
Durchfällen dazu, so dass B. einige Male das Bild eines vollstän 
digen Typhus abdominalis vor sich zu haben glaubte. Diese 
Diarrhöe liess sich ohne Nachtheil nicht stopfen und (i—10 wäs 
srige Ausleerungen täglich erschienen als günstige Erseht linun- 
gen, während Stuhlverhärtung immer uachtheilig war. Katar* 
vhalUcher Husten und vermehrte Absonderung ,in der Schleim- 
fiaut der Luftwege, selbst gesteigert bis zur subinflammatorischen 
Heizung, gesellten sich oft in der zweiten oder dritten Woche 
dazu, ohne sich als bedenklich zu erweisen. Affection des Sen- 
*°>ii communis fehlte selten und gab sich bei einigen Individuen 
durch Unbesinnlichkeit und Stupor, hei andern durch gross«; Agi 
lität und Irrereden zu erkennen. Dieser Erscheinungen ungeach- 
Kt, selbst wenn der Grad derselben ein hoher war, sah LI. die 
Schwersten Typhusfälle überstehen, während in den unglücklich 
verlaufenen die ganzen Seelentbätigkeiten bis zu den letzten Stun 
den ungetrübt blieben. Merkwürdig war es, dass diejenigen, 
Welche unterlagen, schon im Anfänge ihres Unwohlseins Vorge 
fühl des Todes hatten und denselben mit einer Ueberzeugung 
voraus sagten, die auf keine Widerlegung oder auf Zusprache 
hören liess. — Vorwaltenden und sehr innigen Antheil am gan 
zen Krankhcitsprocesse nahm die Haut. Gleich anfangs harnen 
copiöse Schweisse zum Vorschein, die keine Erleichterung, dage 
gen meist Verfall der Kräfte und Ausbruch eines Exanthem« zur 
F °lge hatten, das unter dem Namen: weisses Friesei mit Hecht
	        
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