Full text: (11. Band = 1835, No. 9-No. 16)

II. Pathologie, Therapie und medicinisclie Klinik. 45t 
und hatte eine Dicke, welche allein an der Scheidewand ei- 
"cn starken Zoll betrug. Es war, so wie der Herzbeutel überall 
u »gemein hypertrophisch. Die Schädelknochen waren dick und 
hart, die Arachnoidea ebenfalls verdickt. Zwischen ihr und der 
Mura mater, so wie in den Ventrikeln fand sich viel Wasser. 
Eine Pacchionische Drüse hatte einen tiefen Eindruck in daa 
•"achte Seitenwandbein gebildet. Durch die Anstrengung des letz- 
‘en Beischlafs ward die Kraft des kranken, mit Fett überlade 
nen, Herzens erschöpft und der schnelle Tod herbeigeführt. 
Eine Ursache der Hypertrophie liess sich aus dem Leben des 
I'odten nicht nachweisen, er lebte von jeher massig, fremd allen 
Eeidenschaften; bei der Obduction fanden sich aber Spuren von 
einem frühem Ausschlage auf den Beinen. Wahrscheinlich war 
dessen Entwickelung durch heimlich gebrauchte äussere Mittel 
gehemmt worden und hatte nun einen krankhaften Vegetations- 
Process in den Organen des Herzens hervorgerufen, wenigstens 
*‘at die Erfahrung gelehrt, dass viele Herzkrankheiten von Hant- 
eusschlägen, besonders acuten, ausgehen. — Folgen des 
Haarabschneidens. Ein Jude hatte sich im Winter die Kopf 
haare abschneiden lassen, wonach Fieberspuren, Kälte und Schmer- 
2en im Kopfe und mehrfache Fehler des Dauungssystems unmit- 
•clbar nachfolgten, welche durch ein Brechmittel gehoben wur 
den, so wie die Kälte im Kopfe Einreibungen von erwärmtem 
"eingeist wich. Es ist nicht unwahrscheinlich, dass die gastri 
schen Erscheinungen, in Folge der zwischen Kopf und den Or 
ganen des Unterleibes Statt findenden Sympathie, durch die Kopf- 
»erkältung verursacht waren. — Einfluss des Gemüths 
a,| f den Krebs. Vf. erzählt, eine Frau habe aus Gram, dass 
alle ihre Kinder starben, einen Scirrhus der rechten Mamma, 
Reicher in Krebs überging, bekommen. — Ursachen der 
Dyspnoe. Als seltene führt Vf. auf: gestörten Fussschweiss, 
v ertrocknete alte Fussgeschwiire, Unterdrückung eines habituellen 
Scliweisses des Perinäum, verspäteten Hämorrhoidalfluss, schnel 
le* Wachsthum. Vrf. kannte eine Frau, weiche 12 Jahre lang, 
® — 6 Tage vor Eintritt ihrer Periode, an Dyspnoe litt, die zu 
weilen in Suffocation überging. — Einfluss der Diät der 
Mutter auf den Säugling. Ein Säugling liess immer nur 
•nit Schmerzen einen brennenden Urin und wurde sogleich von 
diesem Zufalle befreit, als die Mutter keinen Wein mehr trank. 
— Zur Epilepsie. Als besonders merkwürdige ätiologische 
Momente beobachtete Vf. 1) gehinderte Entwickelung bei einem 
23jährigen, Hoch nicht menstruirten Mädchen; 2) Missbildung 
des Schädels. Der Schädel war bei einem 4jährigen Kinde, 
Welches täglich mehrere epileptische Anfälle hatte, sehr abge 
plattet. ») Schreck. Ein Soldat hatte die Krankheit durch das 
Abfeuern eines ungeheuren Mörsers bekommen. — Ein anderer 
e pileptischer, 18jähriger, Bursche bekam jedes Mal einen Anfall, 
Wenn er eine blutende Wunde sah. — Der Ehestand kann die
	        
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