Full text: (11. Band = 1835, No. 9-No. 16)

456 II. Pathologie, Therapie und medicinische Klinik. 
starb es.— Convulsionen von zurückgetriebenem Koth' 
lauf. Ein 2Gjähriges, hysterisches Mädchen wurde von Roth- 
lauf der linken Brust befallen, welcher nach Uebergchlägen von 
Alaun verschwand. Es brachen hierauf schreckliche Convuisio- 
nen aus, von welchen sie mit Mühe wieder befreit wurde, ohne 
dass jedoch der Ausgchlag zurückkehrte, aber wohl hatte sie noch 
lange mit Dyspnoe zu kämpfen. — Convulsionen durch Ce- 
berreizung bei einem Kinde. Eine Mutter hatte ihrem 
sechsmonatlichen Kinde gegen Diarrhöe, aus Versehen, einen Thee- 
löffei voll Branntwein eingegeben. Es entstanden sogleich Com 
vulsionen, welche nach 2 Stunden tödteten. — Convulsionen 
durch Gemüthsbewegung. Eine 80jährige, gesunde Frao 
verfiel sogleich in Convulsionen und verlor das Bewusstseyn, als 
ihr eine Summe Geldes abgeschworen wurde. Ein Aderlass und 
die STÜTz’sche Methode stellten sie wieder her. — Bei Kindern, 
welche im Sommer von Convulsionen befallen werden, liegt der 
Grund sehr häufig in dem Genuss unreifen Obstes oder in ver 
schluckten Kernen. — Ein gefährliches Volksmittel in 
Wechse 1 fiebern. Ein 40jähriger, robuster Zimmerraann nahm 
dagegen eine starke Gabe Pfeffer in Branntwein. Es entstanden 
darnach heftige Convulsionen mit vollem, fieberhaftem Pulse, Be 
wusstlosigkeit, Schaume vor dem Munde. — Tödtliche Quet 
schung des Epigastriums. Ein 40jähriger Mann fiel auf 
die Magengegend und verschied am andern Tage. Die Quet 
schung dieser Gegend ist in den Lehrbüchern der gerichtlichen 
Medicin noch zu wenig gewürdigt. — Kraft des Phosphors. 
Eine 86jährige Frau bekam am sechsten Tage einer Entzündungs 
kolik den Phosphor in Schwefeiäther gelöst. So wie sich das 
Mittel in diesem Falle bewährte, so erprobte es sich auch in 2 
andern, wo bei Pneumonien Lähmung der Lungen einzutreten 
drohte. — Hypertrophie des Herzens. Ein 38jähriger, 
an knotiger Gicht leidender, Weher hatte von jeher kurzen Athero, 
Herzklopfen, nach dem geringsten Excesse im Essen oder Trin 
ken Angstgefühl in den Präcordien. Im Winter Vor seinem 
Tode empfand er heftigen Gliederschmerz. Seine Stimme war 
rauh. Im August 1815 ward er von Bauchwassersucht befallen. 
Der Puls war stets unregelmässig. Am 1. Octbr. sank er an 
seinem Tische todt zusammen. Das Herz war fest und derb, 
überall mit dem Herzbeutel verwachsen, und so hypertrophisch, 
dass es 2^- Pfund baiersches Gewicht wog. — Ein dicker, 57jäh- 
riger Beamte, mit einem bedeutendem Scrotalbruche, musste 
stets, sobald er seiner Frau beigewohnt hatte, hüsteln und hatte 
einen kurzen Athem. Nach einem solchen Liebesacte fiel er, 
obwohl vorher ganz wohl und munter, so wie er überhaupt, trotz 
seiner sehr anstrengenden Geschäfte, denen er bis zu seinem 
Tode Vorstand, nie eine Klage batte, neben seinem Bette nieder, 
und war eine Leiche. Er schien apoplektisch getödtet. Das 
Herz war doppelt so gross, als es gewöhnlich iu diesem Alter
	        
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