Full text: (11. Band = 1835, No. 9-No. 16)

V. Gynäkologie und Pädiatrik. 
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"urden auch andere verbunden, um die von Zeit zu Zeit eintre 
tenden Brustkrämpfe zu heben.- Mach 3 Stunden merkte man 
feiler die erste Spur von Wärme in den Händen. Während de* 
‘^aclit äusserte sie wiederholt grosse Beängstigung, und eine MW« 
,lir aus Valeriana und Bibergeiltinctnr hatte-nach mehreren Stun« 
ei * dem Nervensysteme noch nicht die Beruhigung geschafft, um 
Schlaf, der hier so nöthig war, hervorzurüfen. Einige Tropfen 
"Piumtinctur um Mitternacht hatten nur geringe Wirkung und 
e We volle Gabe’ war hier- So wenig angezeigt, dass bei Verabrei- 
c hung derselben nicht zu hebender Colläpsus-zti befürchten ge«- 
' V(; seij seyn würde. Die Lochien zeigten sich ‘den andern Tag 
u,, tl später sehr sparsam wegen Säftemangels ■ überhaupt, doch 
"aren sie von natürlicher Beschaffeidieit. Geeignete Umschläge 
über die Genitalien bewirktet» keine stärkere Absonderung und 
ri «feu nach 12 ’I 'agen, wo sie ganz verschwanden waren, auch 
üicht die geringste Menge derselben wieder hervor. Während 
ü«r nächsten Tage erhielt die Wöchnerin leicht verdauliche, ve 
getabilische Nahrung in Suppenform und schleimige Getränke, 
""'on sie nur letztere in“ grosser Mett£e gtinoss, erstere aber 
"'ügen gänzlichen Appetitmangels zurückwies. Der Stuhlgang war 
"ährend des ganzen Wochenbetts sehr regelmässig, der Urin lloss, 
auch anfangs wegen vielleicht ausgesetzt gewesenen Drucks 
* es Schliessmuskels der Harnblase während des Kopfdurchgangs 
"üwillkührlich, doch in grosser Menge ab und warmer Schweiss 
jatte nur -mit wenigen Unterbrechungen, wie etwa im ersten Sta* 
Jiiun der Fieberexacerbationen, vom ersten Tage nach der-Ent 4 
'“üduug bis kurz vor dem Absterben den Körper bedeckt gehal- 
üü. Da der Schlaf eich durchaus nicht eiittinden wollte, erhielt 
üt. jeden Abend eine Gabe Ptrlv. J)mvrt, die ihr nächtlichen 
ehlaf und beim Erwachen am Morgen neuen Lebensmut!» brachte. 
°ch setzte man dieses Mittel nicht selten aus, um zu sehen, 
die Natur von selbst Schlaf hervorrufen, oder ob das Tags 
'°rher gegebene Pulver seine Kraft auch auf die 2. Nacht aus- 
üübiien werde, was sich jedoch während des ganzen Kränken 
dere nur 3 Mal bestätigte. Der Leib blieb bis zum Tode irn- 
*üer weich und ganz unschmerzhaft, die Gebärmutter fühlte sich 
’üjsatimiengezogen, die Brüste schlaff an und trotz des ära 3. 
übende eingetretenen Milchfiebers nahm man nicht die geringste 
Absonderung von Milch oder milchartiger Flüssigkeit wahr. Auch 
er Kopf bot ausser den Fieberzeiträiimen nichts Krankhaftes dar, 
"üd der Verstand blieb hell, geistreich. Der Puls war in der 
ganzen Krankheilszeit nie unter 04—0« gefallen, in den Fieber 
igen hatte er oft mehr als 120 Schläge gehabt, und zeigte sich 
a "eli zuweilen, besonders nach nächtlicher Ruhe, - die Arterie in 
“"»gedehntem, scheinbar kräftigem Anschläge, so war sie doch 
leicht zusamnienzudrücken und damit ihre Blutleere ausser 
w eilel. Die Fitsse schwollen mit dem 8. Tage nach der Ent* 
ünlung au, und am 10. Tage trat Morgens £ Stunde nach dem
	        
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