Full text: (11. Band = 1835, No. 9-No. 16)

432 IV. Chirurgie und Ophthalmologie. 
Plumasseaux und Longuetten auf und befestigte das Ganze durch 
die doppelte Ilalftei'binde. Einige Stunden nach der Operation 
klagte die Operirte über heftige Schinerzen im Unterkiefer, die 
jedoch bald auf etwas Tinct. opii mit einem aromatischen Was 
ser aufhörten. Die Macht war ruhig, auch traten die nächsten 
Tage keine üblen Zufälle ein. Von Zeit zu Zeit eingeflösste 
nährende Flüssigkeiten wurden ohne alle Beschwerden genommen' 
Am 2(>. Mai entfernte Ch., bei Erneuerung des Verbandes, die 
silbernen Stifte: die Wunde war aufs genauste vereinigt. An' 
21). Mai nahm er die Faden der Knopfuaht weg, und auch hier 
war die Vereinigung der Wundränder linear, bis auf eine kleine 
Stelle, die mit Charpie bedeckt wurde. Nach mehrmaliger Er* 
neuerung des Verbandes war auch diese Stelle geschlosseu, und 
am 15. Juni wurde die Operirte völlig geheilt entlassen. Die 
Narbe war kaum zu sehen, das Gesicht nur sehr wenig entstell*' 
die linke Gesichtshälfte gegen die rechte etwas leer, die Zunge 
völlig frei nach allen Richtungen zu bewegen und über die Un 
terlippe hervor zu strecken, auch konnte die Operirte die Reste 
der untern Kinnlade von der obern entfernen und schon zum 
Kauen nicht sehr fester Nahrung gebrauchen. — Dem Verfah 
ren bei dieser Resection fügt Ch. zur Bestätigung des in seinen) 
Handbuche darüber gesagten Folgendes bei: er kann zuerst der 
Meinung durchaus nicht beitreten, wonach die Trennung der 
weichen Theile an der inneru Seite des Knochens nie vor der 
Durchsägung versäumt werden dürfe, wie Mehrere gethan haben- 
Die Loslösung der weichen Theile von der innern Seite des Kno 
chens vor der Durchsägung ist, besonders bei grösserem Um 
fange der Geschwulst, immer schwerer, wie wenn dieselbe nach 
der Durchsägung des Knochens geschieht. Man kann daun dir 
Geschwulst weit besser handhaben, sie vorziehen, drehen uu<) 
mit dem Messer weit sicherer und leichter an der hintern Seil p 
der Geschwulst wirken. Behufs der Durchsägung bedarf es der 
Ablösung der weichen Theile im grossem Umfange gar nicht; 
es reicht hin, die weichen Theile an der innern Seite des Knochen* 
nur so weit abznlösen, dass man die Spitze des Zeigefingers und 
eine schmale Compresse einführen kann, die, gehörig von Ge- 
hülfen gehalten, bestimmter liegt und besser schützt, als Spatel 
etc. Es entsteht aber aus dem vorläufigen Ablösen der Weich' 
theile an der ganzen innern Seite der Geschwulst noch ein an 
derer Nachtheil hinsichtlich des Zuriickziehens der Zunge, I» 1 
Augenblicke nämlich, wo man die weichen Theile von der i"' 
nern Fläche des Knochens trennt, weicht die Zunge oft so stark 
zurück, dass bedeutende Athmungs- und selbst ErstickungszU* 
fälle entstehen. Wie bekannt hat Lallemand in einem solche» 
Falle die Luftröhre geöffnet und Delpkch die Zunge mit einet» 
Haken fivlrt. Dies scheint dem Verf. überall unnöthig, indem 
diese. Athmungsbeschwerden nach der Trennung des M. myl°' 
hyoidcus uud gemohyoidem nur daun einlreten, wenn durch
	        
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