Full text: (11. Band = 1835, No. 9-No. 16)

IV. Chirurgie und Ophthalmologie. 
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ki'breclien, enorme Angst lind noch nicht 2 Stunden nachher 
tand M*. den Kranken mit eingefallenem, von kaltem Schvveisse 
bedecktem Gesichte, etwas zusainmengözogener Pupille und einen 
"enen, ihn der Sprache und Besinnung beraubenden Schwindel- 
a »fail ängstlich erwartend. Der Puls war erst kaum zu fühlen, 
beb sich aber später mit den beim Würgen eintretenden Exspi 
rationen kräftig genug, um die Furcht vor grösserer Gefahr zu 
entfernen. 2 Gaben Ipecac. zu 15 Gr. leerten den ganzen sau 
re» Mageninhalt mit noch zum Theil unverdauten Stücken aus, 
Galle ergoss sich nicht, und nachdem der Mann einige Stunden 
Ruschlafen hatte, war er wieder wohl, nur schmerzte der Kopf 
»och etwas. Hätte sich nur im Entferntesten apoplektischer Ha 
bitus vorgefunden, so würde die Gefahr viel grösser gewesen 
«ein. — W'ie nahe der Uebergang von nährenden zu giftigen 
organischen Substanzen oft ist, wobei freilich Reactionsfähigkeit 
de» Individuums und andere Umstände, hier z. B. der nüchterne 
Klagen, nicht zu übersehen sind, sah mau hier recht deutlich. 
{Clums's u. Radius's Beitr. z. prallt. Heilh. Bd. II. Hft. 1.] 
227. Das giftige Princip im Fleischpökel; von Dr. 
^■'gkrhuth zu Esch bei Euskirchen. In den letzten Jahren 
Manien einige Vergiftungszufälle durch Salzpökel bei 1 liieren 
*or. Früher schon hatte F. Aehnliches bei einigen Schvveinchen 
u »d Hühnern wahrgenommen. Hierdurch von neuem darauf auf 
merksam gemacht, untersuchte er chemisch die triibe mit Blut 
gerinnsel vermischte Salzlauge, so wie den beim Klären durch 
Aufkochen dieser Lauge abgeschöpften Schaum und erhielt durch 
Behandlung mit Aelznatrum und schwefelsaurem Eisen Nieder 
schlag von Berlinferblau. Säuren erhöhten die Farbe dieses Nie 
derschlags nicht. Sonach wäre also freie Blausäure das giftige 
Brincip im Fleischpökel. [Caspar's Wochenschr. f. d. gesummte 
Heilk. 1835, Nr. 27.] 
IV. Chirurgie und Ophthalmologie. 
228. Resection des Unterkiefers; vom Prof. Dr. 
Ghruos in Heidelberg. Katharina B., 33 Jahre alt, befand sich 
von Jugend auf bis zum 16. Jahre immer wohl. In dieser Zeit 
' v »cherte, ohne jede bekannte Ursache, zwischen den Schneide- 
Gähnen ein schwammartiger Auswuchs hervor, der sich bald be 
deutend vergrössCrte, und von Ueikrj.b in Manheim unterbunden 
»'"'■de. Gleich darauf wuchs die Geschwulst wieder und ver- 
firösserte sich nach allen Richtungen. Pat. wendete sich nun in 
d>e chirurgische Klinik zu Heidelberg, wo sich bei der Unter 
jochung Folgendes fand: eine schwammige, bei Berührung leicht 
blutende, aber nicht schmerzhafte Geschwulst erstreckte sich 
T °ni Hundszähne der einen zu dem der andern Seite; die Schnei-
	        
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