Full text: (11. Band = 1835, No. 9-No. 16)

400 II. Pathologie, Therapie und medicinische Klinik. 
tung noch mehrmals als richtig erwiesen, weil er dergleichen 
Arterienabweichungen nicht nur genau beobachten, sondern sid 1 
auch überzeugen konnte, dass die Personen, deren Leichen er 
zergliederte, im Leben nicht an erschwertem Schlingen gelitten 
hatten. Auch kamen ihm seitdem 3 Palle von diesem Lebet 
vor, wo bei zweien die Section etwas ganz anderes, als regeh 
widrigen Verlauf der rechten Schlüsselbeinarterie zeigte und beim 
dritten die Erscheinungen im Leben auf eine Abweichung de ( 
Art, wäre sie wirklich Ursache der Dysphagie, gar uich* 
achliessen Hessen. Zwei .von diesen Fällen sind den angebore' 
neu, der dritte den später entstandenen Fehlern zuzurechnc 11 ' 
alle 3 aber derjenigen Dysphagia chronica, die Dorfmülleb bä“' 
iiger bei Männern, als Weibern, besonders auf Missbrauch de 9 
Branntweins und Thees gefunden haben will. I. Der Vf. könnt 6 
einen Knaben, der 1 Jahr nach seiner Geburt am Croup starbi 
im Leben genau beobachten. Merkwürdig ist, dass die 7 älter) 1 
Geschwister dasselbe Uebel früher überstanden und eins davon 
nach glücklich abgelaufener Krankheit £ Jahre an rauschendem 
Athmen litt, das sich auf einmal während sehr starken Husten 9 
durch Auswerfen eines kleinen aus coagulabler Lymphe gebild e ' 
ten Stückchens Haut, das vom Croup zurückgeblieben, äugen' 
blicklich verlor. — Die Section ergab Folgendes: Kehlkopf und 
Luftröhre waren, bis in ihre Theiiung herein, inwendig mit wei"' 
lieber, zäher, membranartiger dicker Masse -überzogen, doch s°’ 
dass man noch eine kleine, einen schwachen Gänsekiel durchl* 8 ' 
sende Oeffnung wahrnahm. Die Luftröhrenäste und ihre fei* 1 ' 
sten Verzweigungen aber erschienen mit dünner, salziger Ma" e 
so ausgefüllt, dass der äussern Luft, auch jeder Zugang durch' 
aus benommen worden war. Der Schlundkopf zeigte nichts R e ' 
gelwidriges, der ganze Schlund aber bis vor dem Durchgang 
durchs Zwerchfell, wo er weiter wurde, war, ohne in den Hä»' 
ten verdickt zu seyn, so enge, dass durch die Mündung nur W 1 
Mühe der Kiel einer Rabenfeder gebracht werden konnte. D aS 
die Enge des Schlnndes als angeborne aus zu geringer euerg 1 ' 
scher Entwickelung zu betrachten scy, gebt deutlich aus dc r 
Lebensgeschichte dieses Kindes hervor. Von der Geburt de* 
mutterlos erzogenen Knaben an bemerkte man sogleich, dass der' 
selbe sehr schwer schluckte, beim Trinken alle Augenblicke au»' 
setzte, und nur sehr kleine Portiönchen vom Getränke zu sich 
nahm, bei jedem auch nur etwas grossem Schluck aber diese» 
unter Gesichtsverzerrungen, convulsivischen Bewegungen der E*' 
tremitäten, einzelnen Schreien und Ilalskrärapfen herabdrückte' 
Dabei wurde das Athmen etwas unterbrochen. Das Kind musste 
somit höchst sorgfältig getränkt und später gefüttert werde»' 
Die Nahrung bestand aus Milch, in der ganz kleine Flöckche» 
von Weissbrot schwammen, die einzeln gegeben wurden. A» 1 
leichtesten und für den Knaben mit weniger Beschwerden vet' 
bunden brachte mau ihm nährende Stolle mittelst sehr klei» er
	        
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