Full text: (11. Band = 1835, No. 9-No. 16)

398 II. Pathologie, Therapie und medicinische Klinik. 
dass die gewöhnlichen Wege nicht hinreichen, ihn auszugleichen' 
Bei Erwachsenen tritt dagegen dieser Fall höchst selten ein. Z» 
manchen Zeiten, wahrscheinlich durch epidemische. Einflüsse he' 
dingt, wird das Blutlehen so vermindert, dass viel leichter Blu' 
tuBgen .unter der Haut Vorkommen, wie dies Geess, S.teudej, und 
der Vf. beobachteten. Was endlich die erblichen Blutungen all- 
langt, wie man sie in. den Bluterfamilien antrifft, scf nimmt rf> al1 
an, sje hängen mit der Disposition zur Arthritis zusammen, ß s 
ist dies nicht unwahrscheinlich, denn man weiss, ,und Vf. hat i< n 
Obigen ebenfalls ein solches Beispiel mitgetbeilt, dass bei Ar 
thritis leicht Blutungen eintreten. Die nächste Ursache soll m al> 
aber nicht in Permeabilität der Gefässwandungen suchen, sondern 
vielmehr in Schwäche des Blutlebens selbst, in deren Folge aber 
dann auch die Gefässe ihre Energie, so wie zum Theil die Un 
durchdringlichkeit für ihre Conteuta, verlieren. [Allgern, medio- 
Zeitung, März, 1835.] ,, 
211. Die Tollwuth bei einem zwanzigjälirige" 
Mädchen; vom Kreis - Physikus Dr. Wagner in Schlieben. E ,n 
20jähriges, bildschönes und kerngesundes Mädchen wurde im 
Octbr. 1831 nebst noch 2 Mädchen von einem und demselben 
wölbenden Ilunde, und zwar alle drei gleich hinter einandi er ’ 
diese aber zuletzt in den Fuss gebissen. Alle 3 suchten bei der 
Witwe eines Scharfrichters Hülfe, die die Sache abergläubisch 
behandelte mul für alle Folgen gut sagte, womit sich die Mäd' 
cheu beruhigten und das Ganze für sicher abgemacht hielten. 
Den 1. April 1835 fühlte das oben erwähnte Mädchen' einig 6 ' 
Gliederschwere, konnte aber dabei, wie vorher, ihren Magddieust 
verrichten. Den 2. fand sich zu dieser Schwere der Glieder 
noch erschwertes Schlucken, es mochte nun Flüssiges* pder Fe 
stes genossen werden, doch konnte Pat. noch-Alles herabschliu- 
gen, ass und trank daher auch, zumal da es- ihr- au Hunger und : 
Durst nicht fehlte, wenn ihr auch gleich das Schlingen satitr 
wurde. DieserZustand blieb sich bis zum 3. gleich, 'wo .sie noch 
frohen Muths mit dein Plluge ins Feld fuhr.- Bald indes? füllte 
sie beim Pflügen in den Fusssohlen Kriebcln, worauf der gan* e 
vom Hunde früher verletzte,, Fyss einschlief und so erlahrpte, 
dass sie ihn durchaus nicht mehr fortsetzen konnte, weshalb sie- 
den Pflug stehen lassen und mit Hülfe des Pllngriedels, auf den 
sie sich mit beiden Händen stemmte, wenn die llcihe zum Fort 
schreiten an den kranken Fuss kam, nach Hause schleppen musste. 
Am 4. fand völlige Lähmung des Fusses Statt, so dass er nur 
noch durch fremde Hülfe bewegt werden konnte. Das Gefühl 
war iii demselben nicht im mindesten erloschen. Dazu kam nun 
grosse Herzensangst, ohne iixeu Schmerz in der Brust, oder sonst 
wo, gewaltiger, brennender, unausstehlicher Durst, zuweilen Ver 
langen nach compacter Speise, vermehrte Absonderung des Spei 
chels. und daher unablässiges Spucken um sich herum, lleiclil® 
man ihr indes« Speise oder.Getiäuk, so sticss sie es gleichwohl
	        
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