Full text: (11. Band = 1835, No. 9-No. 16)

II. Pathologie, Therapie und medicinische Klinik. 397 
Appetit verloren. Die Unterbauchgegend war anfgetrieben, der 
«tuhl etwas träge, der Puls ruhig und weich. Mach einem Pul- 
' er aus Schwefel und Rhabarber folgten reichliche Stühle, der 
Unterleib setzte sich, allein der Blutflugs ward reichlicher und 
entkräftete die Frau gänzlich. Der Puls war schnell und klein, 
**nd mit dem Appetite fehlte auch der Schlaf. Pat. erhielt nun 
•laller’gches Sauer, Phosphorsäure mit titictura opii simples, Gum- 
’j 1 * kino und Fieberrinde, wonach der Blutfluss so gemässigt wurde, 
dass nichts mehr zu befürchten stand, und sich Pat. bald völlig 
erholte. Die Blutung gehörte zu den gemischten und rührte 
ohne Zweifel von der Decrepidität in Verbindung mit Arthritis, 
oder überhaupt erhöhter Venosität her. Der passive Gebärmut- 
terblutflusg wird durch Krankheiten, überhaupt das Blutleben 
Schwächende Momente, bedingt. Wird bei schlechter Blutberei- 
tu "g, bei grosser Schwäche des Blutlebens, die Natur noch Sie 
gerin, da cessirt die Secretion, für welche der Stoff mangelt. 
^ 0 hört sie bei chlorotischen Mädchen auf, und der grösste Feh 
ler würde seyn, die Menstruation hier wieder hervorzurufen. Vf. 
behandelt eine Frau, welche an solcher Blutschwäche leidet, 
^ie befand sich, so lange die Menstruation schwieg, in einem 
fecht leidlichen Zustande; seitdem sie aber wieder eingetreten 
>st, wird die Frau täglich elender. Jede Wiederkehr der Periode 
schwächt sie sichtlich. Pat. kann nun das Bett gar nicht mehr 
^Hassen; namentlich Ist auch die Verdauung herabgesetzt. — 
je Blutungen der Haut, welche als Puncte und Flecken durch 
j*e Epidermis durchscheinen, können nicht als Secretionen be 
rschtet werden. Die pathische Secretion der Haut ist das Exan- 
hem. Bei grosser Schwäche, bei Dissolution des Blutes, kommt 
es nicht mehr zur Secretion; eine etwaige Tendenz dazu äus- 
sert sich nur durch todte Extravasate, so die Petechien im Ty 
phus. Erscheinen sie als Charakter von ganzen Epidemieen, so 
sind sie jedoch von weniger übler Bedeutung. Die Purpura 
senilis, welche ebenfalls hierher gehört, ist selbst — eigentlich 
ei,,e Krankheit, nur Folge des Absterbens im Alter. Vf. beob 
achtete sie bei einem 80jährigen Greise. Sie trat 10 Tage vor 
cm Tode ein, verschwand nicht wieder, und der Mann starb 
ohne jede Spur von Krankheit. Der morbus maculosus wurde 
8| ige für eine blosse Schwächekrankheit angesehen, und demnach 
Jjj't Cort. peruv. und Mineralsäuren behandelt. In neuerer Zeit 
asst man bisweilen zur Ader und reicht Abführmittel. Im Durch 
schnitt kann dies Verfahren nicht empfohlen werden, allein es 
JJ^st sich nach solchen Beobachtungen nicht zweifeln, dass es 
alle giebt, wo der Morbus macul. mit Plethora verbunden ist, 
Ja einzig in ihr beruht. So erzählt A. Harty 3 eclatante derar- 
’ge Beispiele. Dass im kindlichen Alter Blutungen auf unge 
wöhnlichen Wegen leichter erfolgen, lässt sich theils aus der 
ciclihaut des Baues, theils aus dem Vorherrschen des Blutle- 
eQ8 > erklären. Der Ueberschuss des Blutes ist dann so gross,,
	        
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