Full text: (11. Band = 1835, No. 9-No. 16)

SÜB1HARIVH 
des Neuesten und Wissenswürdigsten 
aus der 
gesammten Medicin 
zum Gebrauche praktischer Aerzte und Wundärzte. 
!• August 1835. M 15. 
I. Pathologische Aivatomib. 
207. Protokoll über die Eröffnung der Leiche 
Sr. Majestät des höchstsei. Kaisers Franz I.; von 
Stifft, Ratmann u. A. — Aus diesem Sectionsbefuude ergiebt 
sich, dass der Kaiser an einer Entzündung der Lungen, 
«1 e s Fl erzen s und der grossen Blutgefässe gelitten hat, 
welche Entzündung so heftig und ausgedehnt war, dass, der Er 
fahrung zu Folge, eine Heilung derselben nicht erreicht werden 
kounte. — Wir theilen aus diesem Berichte nur das Wesentliche 
Die Rippen waren mehr flach als gebogen, ihre Knorpel 
verknöchert; die Lungen mit einer Fettschicht bedeckt. Die 
Rechte Lunge war bläulichgrau gefärbt, nach vorn mit einer dün- 
wen Lymphschicht überzogen und, so wie ihre Lappen unter ein 
ander, durch ausgeschwitzte Lymphe stellenweise an das Rippen 
fell angeheftet, nach rückwärts aber in ihrer ganzen Länge so 
fest mit diesem verwachsen, dass sie, besonders an der Spitze, 
ohne Zerreissung der Lunge nicht zu trennen war. Der obere 
Lappen dieser Ijunge yvar in seiner Substanz voll von geronnener 
Lymphe, dadurch für die Luft unwegsam und hart anzufühlen; 
die untern Lappen waren theils mit seröser, theils mit blutiger 
Flüssigkeit gefüllt. Die linke Lunge war missfarbig, in ihrem 
ganzen Umfange durch ausgeschwitzte Lymphe und zum 1 heil 
schon gebildete falsche Membranen an die Rippenwand geheftet, 
ihrer Oberfläche mit einer dicken Lage geronnener Lymphe 
bedeckt und diese stellenweise mit vielen Blutpunkten gezeichnet. 
Von den unter sich verwachsenen Lappen war der untere mit 
ß lut und Lymphe gefüllt und fest, der obere von ausgetretener 
geronnener Lymphe ganz durchdrungen, hart und für die Respi- 
vation unwegsam. In der linken Brusthöhle fand man etwa 3 Un- 
*en blutiges Serum. — Der mit Fett bedeckte Herzbeutel ent 
hielt 2 Quentchen Serum; das Herz war eben so mit Fett be 
lekt, musculös und weich; die innere Haut der linken Herz 
kammer dunkelroth und stellenweis von strotzenden Blutgefässen 
«lurchzogen. Mau fand daselbst eine Unze geronnenes, schwar- 
Suuunariuin d. Medicin. 1835. XI. 25
	        
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