Full text: (11. Band = 1835, No. 9-No. 16)

V. Staatsarzneikunde. 
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und Elend drückte einen Theil seiner Bewohner: sie suchen i* 
einer Revolte Hülfe und entsetzen ihre Obrigkeit! — Sind «las 
»icht lauter Momente, welche das geistige und körperliche Lebe" 
stark bewegen, welche auf die Lebensdauer, auf die Sterblich 
keit Einfluss haben müssen? Ein solcher Zeiträüm, richtig be 
rechnet, muss das richtigste und passendste Resultat liefern! — 
Ich habe nach der Collectivzahl 1000 gerechnet, theils um nicht 
durch zu viel grosse Zahlen Irrthümer einschleichen zu lasse", 
theils um die Üebersicht nicht zu erschweren. Verweilen w> r 
hierbei einen Augenblick, so entgeht uns nicht, dass die Sterb 
lichkeit auf Seiten der Männer grösser ist, als auf 
der der Frauen. Es zeigt sich dies eben so auflallend a" 
den Todlgebornen, die sich wie 33:23 verhaltet», wie an denen, 
welche in den Monaten des ersten Lebensjahres sterben, Woselbst, 
mit Ausnahme des 10. und 12. Monates, das Verliältniss durch 
weg zu Gunsten der Weiblichen ist, Und am Schlüsse um ß» 
differirt. Diese Differenz erhält sich, mit einigen Abweichungen, 
fast dnreh alle Jahre hindurch; aber mit dem 08. Jahre verliert 
sie sich, indem von hier ab die Sterblichkeit unter Männern U»d 
Weibern theils gleich gross, theils auf Seiten der letztem grös 
ser, das Verhältniss also umgekehrt wird. Hieraus eeht hervor, 
dass in nnserm Orte mehr Männer als W'eiber, das» 
aber letztere in der Regel länger als ersfere leben. 
Letztere Beobachtung dürfte für Witwenkassen von nicht ge* 
ringer Wichtigkeit seyn; denn hier kommt es nicht weniger 
auf das Alter und die wahrscheinliche Lebensdauer der Männer, 
welche ihren Weibern eine Versorgung nach ihrem Tode sichern 
wollen, als auf die gleiche wahrscheinliche Lebensdauer der Frauen 
an, die später als Witwen versorgt werden sollen. — Wir sehen 
ferner, dass im 10. Monate die wenigsten Kinder sterben, und 
dem zunächst im 11. Die meisten sterben im 1. Monate, den» 
zunächst im 3. und dann erst im 2., 6., !)., 12., 4., 5., 7. und 8. 
— Diese Resultate sprechen nicht für die vermeint 
liche Gefahr, welche mit dem Zahndurchbruche 
verbunden seyn soll. Wir wollen zwar nicht in Abrede 
stellen, dass diese Entwickelungsperiode zu Krankheiten dispo- 
nire, aber wir widersprechen der Behauptung, dass der Zahn 
durchbruch die Sterblichkeit unter den Kindern vermehre, denn 
diese nimmt gerade ab, wenn die Zahnarbeit beginnt, mit den» 
7. und folgenden Monaten. — Im ersten Lebensjahre sterben 
gerade 5 Mal so viel, als im 2.; nachher aberwerilen die Perio 
den für jedes 100 kürzer. Die geringste Sterblichkeit fällt in 
das 10. Lebensjahr, denn da stirbt blos der 180.; die mittlere 
Sterblichkeit fällt in das 33. Lebensjahr, denn da sterben 5 von 
435. Nur die Hälfte aller Bewohner unseres Ortes erreicht das 
Alter von 23 Jahren und darüber: die zweite Hälfte braucht 
also, um zu sterben, fast 4 Mal so viel Zeit, als die erste. 
Nämlich von 1000 Menschen leben, nach unserer Berechnung,
	        
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