Full text: (11. Band = 1835, No. 9-No. 16)

374 IV. Gynäkologie und Pädiatrik. 
wie schon erwähnt, eine ungeheuere Blase. Die Binnenfläche 
derselben war ungleichmässig durch viele grössere und kleinere 
membranöse Vorsprünge und Wände in eine Menge rundlicher 
Zellen getheilt. Stellenweise waren die Vorsprünge niedrig; an 
andern Stellen sehr hoch, bald grössere, bald kleinere Umkreise 
umschreibend. Die gemeinsame Wandung des Sacks war nicht 
überall gleich dick, vorn und oben im allgemeinen dicker, als 
hinten und unten. Besonders fielen noch 2 oder 3 knotenartige 
Verdickungen der Wandung auf. Nacli Einschnitt in dieselben 
floss eiweissartige, dicke Flüssigkeit und etwas gelbliche, käsige 
Masse aus vollkommen geschlossener kleiner Höhlung an der 
Oberfläche des Sacks. Die innerste Haut der Gesammthöhle war 
missfarbig, roth punctirt oder gefleckt, rothbraun, rothblau, oder 
selbst schwärzlich, hier und da an kleinen Flecken wie von Pseu- 
domembran bedeckt, stellenweise von weisslichen, sehnichten, sich 
meist in feine Querrunzeln legenden Fäden durchzogen. Berner- 
kenswerth waren die sehr vielen Blutgefässe, die sich überall 
durch die Fläche des Sacks verbreiteten. Als man die Geschwulst 
weggenommen, sah man die Därme unter einander durch mürbe, 
gelblich-weisse Masse mehrfach verklebt. Als man sie an meh- 
rem Stellen aufschnitt, kam gelbbraune, ziemlich consistente Fö- 
calmasse zum Vorschein. Die Gesammtheit der Darmhäute schien 
etwas verdünnt. Doch zeigte die Schleimhaut nirgends etwas von 
Irritation. Der Magen war von schwarzgrauer Flüssigkeit ziem 
lich ausgedehnt, die Schleimhaut war äusserst weich, dünn, 1°' 
eker, stellenweis geschwunden. Das Pankreas gesund. Die schlaf 
fen, welken, blassen Mieren hatten sehr erweiterte Kelche. Die 
Milz war sehr gross, etwas gelappt, ziemlich weich, innen zie- 
geiroth. Ganz eigenthümlich sah die Leber aus. Sie war etwas 
kleiner, als sonst, zeigte an der convexen Oberfläche eine aus 
dem Rothen ins Gelbe gehende Färbung, die aber nicht.gleich- 
mässig erschien, da man hier und da blassgelbe oder dunkele 
guttigelbe, kleine, unregelmässige Flecke wahrnahm Die Farbe 
der concaven Fläche war mehr falbe, ins Okergelbe übergehend- 
Besonders wichtig war aber die grosse Zahl von mehr oder min 
der tiefen Einschnitten, durch welche die Leber in viele ganz 
unregelmässige Lappen zerfiel. An der convexen Fläche fanden 
sich deren 23, an der concaven 19. Als man am rechten Lappen 
mehrere Einschnitte machte, erschienen die Schnittflächen blass 
gelb, wenig dunkler als Fett, doch etwas consistenter als dies, 
und hier und da sah man etwas dunklere, iichtbraune umschrie 
bene, von feinen weissen, etwas härtern Filamenten durchzogene 
Stellen. Andere Stellen, sowohl am rechten, als am linken Lap 
pen wurden von harten, fegten, knorpelartigen, weissen Streifen 
durchzogen. Innerhalb der Substanz kamen einzelne kleine gelb 
liche Körnchen, die ziemlich weich und von rothen Rändern um 
geben waren, zum Vorschein. Die Gallenblase war ziemlich 
gross und voll mit dunkelgrüner, ins Schwärzliche übergehender
	        
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