Full text: (11. Band = 1835, No. 9-No. 16)

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IIL Chirurgie und Ophthalmologie. 
hei. ruhig gehaltenem Ober- und Vorderarm zu verrichten. Dies 
gehörig zu erlernen ist Vielen, aus Mangel an Gelegenheit sich 
2 u üben, oder aus physischen Gründen unmöglich. Doch auch 
für einen geübten Operateur, ist die Trephine ermüdend und die 
Dauer der Operation jedenfalls langwierig. Die deutschen Wund 
ärzte, obgleich Vertheidiger des Trepanbogens, geben doch häutig 
dadurch die Unsicherheit dieses Instruments zu erkennen, dass 
Viele zwar die Trepanation mit dem Dogen anfangen, doch die 
Operation gerade im wichtigsten Momente der gänzlichen Durch 
bohrung des Knochens mittelst der Trephine beendigen. Dies 
beweist hinreichend, dass die Erfindung eines Instruments, in 
dem Wirksamkeit des Trepanbogens mit leichterer Handhabung 
der Trephine verbunden ist, wünschenswertli und nützlich seyn 
dürfte. Und diesen Zweck suchte Eiink,h durch die Kurbeltrephine 
zu erreichen, die sich durch Leichtigkeit hei der Anwendung, 
Einfachheit und Sicherheit gleich gut auszeiclinet, so dass sie 
die Stelle der bisherigen Trepanationsinstrurnente wohl vertreten 
bann, wie B. bei eiuer Trepanatiou am. Lebenden fand, die mit 
telst Kurbeltrephine allein leicht und sicher in wenigen Minuten 
beendigt wurde. — Die Kurbeltrephine selbst ist mit der Tre- 
pankrone 8 Zoll hoch und besteht aus dem Handgriffe oder Bannie^ 
dem Mittelstück mit der Kurbel und aus der Trepankrone. Der 
Handgriff oder Baum ist aus Elfenbein oder hartem Holze, 3^ Z. 
hoch, von beliebiger Dicke, stellt senkrecht und bildet mit Mit 
telstück und Trepankrone eine gerade Linie. Am untern Ende 
des Griffes befindet sich ein metallener King mit einer durchlö 
cherten Scheibe, in der das bewegliche Mittelstück mit dem 
Griffe vereinigt ist. durch einen vom Mittelstücke aufsteigenden 
Cyliuderstift, der im Loche der Scheibe so eiugefügt ist, dass 
sich das Mittelstück um den Handgriff nach seiner Axe kreisför 
mig drehen lässt. Das Mittelstück enthält einen viereckigen Ca 
nal, der den Zapfen der Trepankrone aufnimmt und durch eine 
Druckfeder festgehalten wird: eine Einrichtung, die völlig der 
gleicht, welche zur Befestigung der Krone an den bisher ge 
bräuchlichen Trepancn gefunden wird. Vom untern Ende des 
Mittelstücks läuft der Arm oder die Kurbel unter einem rechter., 
VVinkel nach aussen, die sich in eine Rolle eisdigt und dazu be 
stimmt ist, da9 Mittelstück mit der in ihm befestigten I repan- 
hrone im Kreise abwechselnd rück- und ■vorwärts zu bewegen. 
Die Trepankrone ist in ihrem Mechanismus nicht verändert wor 
den, sie bildet mit Körper und Griffe die Fortsetzung einer ge- 
J »den Linie. Ihre scharf schneidenden Zähne dürfen nicht nach 
eiuer Seite, sondern müssen gerade senkrecht stehen, damit sie 
beim Vor- und Rückwärtsdrehen gleich gut schneiden. Die An- 
^eiidung der Kurbeltrephine ist ganz einfach und leicht und setzt 
beide weitere Uebung voraus. B. hat dieselbe an einem Leben 
den angewendet, ohne sie vorher am Leichnam zu versuchen! 
Nachdem die Krone auf die za trepanireude Kuochenfläche auf- 
Siinunarium d. Mcdicin. 1835. XL ^
	        
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