Full text: (11. Band = 1835, No. 9-No. 16)

I. Pathologie, Therapie und medicinische KKnik. 881 
Beseitigung des einen Zustandes leicht ein zweiter noch gefähr 
licherer hervorgerufen werden könnte. Nach den Blutegeln, durch 
welche die excentrische Action des Gefässsystems meist schon 
hinlänglich gemässigt wird, rathet der Vrf. eher zum Kaloniel. 
[Heideil), med. Annalen, Bä. 1, Hjt 1.] 
178. Lieber Pyotltorax und Pneumatothorax; von 
Br. Sihbeht in Bamberg. Vrf. wurde den 23. Nov. 1832 zu ei 
nem 27jährigen Gesellen gerufen, welcher über Engbrüstigkeit, 
Husten und eiterigen Auswurf klagte, oft erkrankt war, vor ei 
nigen Jahren die Krätze gehabt hatte und jetzt an hektischem 
Bieber mit Durchfällen litt. Die genaue Untersuchung ergab, 
dass die Brust ungleich, die linke Seite gewölbter aber unbe 
weglich war. Die rechte bewegte sich zwar beim Athmen, ohne 
sich jedoch stark zu wölben. Die linke Rückengegend war eben 
falls mehr gewölbt, als die rechte, und unter der 11. Hippe sass 
eine Geschwulst von der Grösse -y Faust. Links waren ferner 
säinmlliche Zwischenrippenmuskeln gespannt, nach aussen ge 
drängt, und iluctuirtcu, sobald man an die hintere Geschwulst 
•uit dein Finger anschlug. Das Herz pulsirte rechts vom Sternum. 
Hie rechte Brust klang bei der Percussion überall sonor, ausser 
woselbst das Herz sass* Links war der Ton der eines gelullten 
Basses, Rechts hörte Vrf. starkes, pueriles; links, nur in der 
vordem, obern Brustgegend, äusserst schwaches und entferntes 
Hespiratiousgeräusch. Er hielt das Leiden für ein grosses Em 
pyem und operirte es im Beiseyn mehrerer Aerzte auf folgende 
Weise, dass er ein kleines zweischneidiges Bistouri in die Höhe 
der Geschwulst eiustach. Hellgelber Eiter Spritzte sogleich in 
federsputdickem Strome heraus, der beim Ausathmen grösser, 
und noch grösser beim Husten wurden Die Wunde ward erwei 
tert, und der Strotn so lange nicht unterbrochen, bis der Kranke 
über stechende Sohmerzen in der linken Lunge klagte. Es wur 
den 4£ baierscheä Maass entleert. Die Ergebnisse der Percus 
sion blieben dieselben, dagegen sprach sich links das Respira 
tionsgeräusch deutlicher aus. Das Herz pulsirte in der Mitte der 
Brust, Pat. athmete freier und war über den Erfolg sehr er 
freut. Er wurde auf Diät gesetzt, und bekam sedative Mittel. 
Hen Morgen nach der Operation war er sehr schwach und fe- 
hrioitirte. Bei Einschiebung der Hohlsonde in die Wunde drang 
der Eiter mit Gewalt, aber in dünnem Strahle, heraus. Nach 
wiederholter Erweiterung der Wunde entleerte sich 1 Maass. Das 
Herz nahm hierauf wieder seine normale Lage ein. Bis zum 
9. Dec. wurden ungefähr 9. Maass Eiter ergossen. Hörte der 
Eiter zu laufen auf, so liess Verf. den Pat. tief athmen, husten, 
drückte den Thorax zusammen, oder bediente sich des Kathe 
ters. Bei Application desselben traf es sich ein Mal, dass Luft 
in die Wunde einströmte. Der Brustton gewann dadurch augen 
blicklich mehr Resonuanz. Der Eiter war den 'Pag darauf scharf, 
aushaft, und färbte die silberne Sonde schwarz. Die Lull ward
	        
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