Full text: (11. Band = 1835, No. 9-No. 16)

322 1. Pathologie, Therapie und medicinische Klinik. 
kannte Ursache unwohl gefühlt, ergriff Hin Ireftiges gastrisches 
Fieber jjnit Kopfschmerzen, Cebelkeiten und grosser Hinfälligkeit-, 
Zugleich fanden sich am innern Oberseiten !<-?! "kettenartrge Stränge 
und einige angelaufene Drüsen. Unter Abnahme des Fiebers er 
schienen hierauf auf der Haut des Rumpfes, doch mit gänzlicher 
Ausnahme des Gesichts, zerstreut, aber .zahlreich, pfeuuiggrosse, 
kupfdfrothe, mir durch das Gesicht, nicht durch das Gefühl Vahr- 
zunehmende Flecke. Die uuterea und, oberen Extremitäten wa ‘ 
ren ganz roth und roseirartrg entzündet, idoch ohne Scbfli® rZ ’ 
Hitze und Geschwulst. Diese rothen Eiecke standen etwa 7 
Tilge unverändert auf der Haut, während das Fieber immer ineh f 
abnahm. Sic wurden allmählich blässer, und die Oberhaut’sdhuppt® 
sich nun so ab, dass sich das Bett mehrere Tage wie mit Kleie 11 
besäet fand. An den Extremitäten löste sich die Oberhaut >“ 
grössern Stücken ab,, an Händen und Füssen in so grossen uii® 
so gleichförmig, dass sie wie ein Handschuh abgezogen werden 
konnte. E. hat dem kön. anatom. Museum Zn Berlin ein solche* 
abgelöstes Stück solider und dichter Oberhaut übersendet, wel 
ches die ganze innere Fläche der rechten Hand, vollständig 
allen Fingern, bedeckt hat. — Eine solche vollständige und re* 
gelmässige Ablösung der ganzen Oberhaut, die wesentlich von 
Rer beim Scharlach etc. verschieden ist, und zwar besonder* 
durch Abwesenheit Her anginösen Beschwerden, der Form on<* 
Wiederholung des Ausschlags, so wie die Vollständigkeit der 
Trennung, scheint selten, wenigstens weiss der Verf. nichts von 
einem ähnlichen Falle. Die Convalescenz wird sehr durch lang* 
dauernde Empfindlichkeit der ihrer Oberhaut plötzlicli und go n * 
beraubten Hände und Fiisse erschwert und verlängert. [Med- 
Zeit. v, Vereine f. Heilh. in Preussen, 1835, Nr. 10.] 
170. Ein Kirschkern im Ohre als Ursache ein® 8 
chronischen Kopfschmerzes; vom Bataillons - Arzte P f ‘ 
Eraenzkl in Dresden. Ein Soldat kam, an einfachem Sabnrrai' 
lieber leidend, ins Dresdner Militair-Hospital. Während de* 
Verlaufs dieses Fiebers klagte Pat. vorzugsweise über Kopfschmer* 
auf der linken Seite, doch sollte derselbe schon seit der Kind' 
heit, wenn auch weniger heftig, als jetzt, zugegen gewesen sey»; 
In der Reconvalescenz gab er aber grössere Empfindlichkeit d®* 
linken Ohrs an, wodurch F. veranlasst wurde, dasselbe näher *'* 
untersuchen. Als er das verhärtete, den äussern Gehörgang völ 
lig verschliessende Ohrenschmalz entfernt hatte, stiess er in d® r 
Tiefe auf einen fremden, festsitzenden Körper, den Pat. sogleich 
für einen, ihm in früher Jugend von der Mutter ins Ohr gesteck 
ten Kitschkern erklärte. Mit Mühe gelang es endlich, denselben 
zn entfernen, doch nicht ohne Quetschung und Reizung des G e ' 
hörgangs selbst, in dem er wie eingekeilt sass. Als er entfern*- 
worden war, klagte Pat. längere Zeit über Summen und Schwie 
ren im Ohre. Je mehr sich dies später verlor, um desto gcrin* 
ger wurden die Kopfschmerzen, und endlich -konnte Pat. frei von
	        
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