Full text: (11. Band = 1835, No. 9-No. 16)

Ml. Staatsarzneikuude. 31h 
Forderung kaiii man "dadurch nach, dass das Kind täglich ein war 
mes liad aus gleiche Tlieilen Milch und Wasser erhielt. Aus 
serdem 'wurden die VerliärfMt'n Tlieile 2 Mal täglich mit Ung. 
Digit, eingerieben, bei Abnahme des Uebels aber die Milchbä- 
der immer seltener airgewendet. Als Unterstützungsmittel der 
Heilung wurde strenge Reinlichkeit und warmes, trocknes Ver 
halten anempfohlen. Die Mutter kam Allem nach, ging auch, 
sobald dies erlaubt werden konnte, aufs Land, um ungestört daa 
kranke Kind pflegen zu können. Die Milchbäder setzte sie hier 
’>nd zwar ohne Zusatz von Wasser fleissig fort und der Erfolg 
"ar überraschend: Mitte August sah A. das Kind als Ideal von 
Wohlgenährtseyn und Gesundheit wieder. —■ Dieser glückliche 
Ausgang bei einem im allgemeinen nur die ungünstigste Prognose 
zulassenden Uebcl ist wohl hauptsächlich in den günstigen Aussen- 
verhältnissen, der gesunden Muttermilch, der aufmerksamen Pflege 
und der zeitigen Hülfe zu suchen. Besonders mag es von letz 
terem Umstande ahhängeu, dass durch eine einfache, milde, dem 
zarten Organismus zuträgliche Cur dem weitern Umsichgreifen 
»ler Krankheit vorgebeugt und Heilung erlangt werden konnte. 
Alan vermisst hier deshalb auch die Anwendung energisch wir 
kender Mittel, zn denen sich in diesem Falle keine Anzeige fand. 
Nicht zu übersehen ist, dass die Thätigkeit der Hautfunction so 
unverkennbaren Einfluss auf die Rückbildung des Uebels hatte, 
"[as mit Wahrscheinlichkeit annehmen lässt, dass auch Erkältung 
ein Hauptmoment zum Entstehen der Krankheit abgeben kann. 
[Med, Zeit. v. Vereine f. Heilk, in Freuasen, 1835, Nr, 21.] 
VII. Staatsabzneikukde. 
173. Gutachten über eine tödtliclie Brustverle 
tzung. Eine Ehefrau hatte sich angeblich mit einer Schere 
*n die Brust verletzt und starb am 7. Tage nachher unter unge 
nügender Behandlung. Die Wunde penetrirte an der rechten 
keite der Brüst mitten durch den Knorpel der zweiten Rippe, 
last Zoll von dem äussern Rande des Brustbeins entfernt. Die 
fuchte Arteria und Vena mamrnaria interna waren quer durch- 
schnitten; ausserdem fand man eine 2 Lin. breite und 1£ Zoll 
tiefe Wunde in dem obern Lappen der rechten Lunge. Man 
schnitt den Wundcanal auf mid sah nun oiren stehende Lumina 
'Mehrerer durchschnittener Arterien, von denen eine die Grösse 
» ; ‘ner Krähenspule hatte. Der rechte Pleurasack war mit einer 
Russen Menge Blut angefüllt, etwa H Quart betragend, und die 
Jochte Lunge sehr zusamraengedrückt. Ein Paar dunkclrothe, mit 
Ul ut unterlaufene Stellen, welche sich an der Unterlippe und am
	        
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