Full text: (11. Band = 1835, No. 9-No. 16)

294 III. Pathologie, Therapie und medicinische Klinik. 
falls einer Congestion nach diesem Organe zuzuschreiben seyn 
möchte. Ob nach diesen Vorläufern der Körper noch ohne ge 
waltsame Krankheitsereignisse zum Ziele gelangt wäre, bleibt 
zweifelhaft, schwerlich aber würde seine Bestrebungen so schnel 
ler Tod unterbrochen haben, wenn nicht noch andere äussere > 
bedeutende Momente den Ausschlag gegeben hätten. Hierzu ge 
hört besonders der Aerger und die Hitze der Atmosphäre, Mo 
mente, die besonders geeignet waren, die Expansion des Bluts, 
namentlich im venösen Systeme, so zu steigern, dass das normale 
Verhältniss zwischen ihm und den Gefässwandungen, so wie zwi 
schen Blut- und Nervensystem nicht mehr bestehen konnte, da 
her Lähmung entstehen musste. Besonders mag Letztere von 
der venösen Seite des Herzens ausgegangen seyn, die vermöge 
ihrer Diastole bestimmt, das Blut anzuziehen, der Kraft der das 
Blut ausstossenden Arterienkammern nicht mehr Gleichgewicht 
halten konnte. Doch bleibt immer noch zu beantworten, wie es 
kommt, dass liier der Tod so geräuschlos und still, im Schlafe 
erfolgt. Bedenkt man die Kämpfe, in die oft das Leben ver 
flochten wird, ehe es dein Tode weicht, ja bedenkt man, wie 
oft ein geringer Angriff auf ein wichtiges Organ alle Lebens 
kräfte in Bewegung setzt, wie mächtig sich der Lebenserhaltungs 
trieb erhebt und die Reproductionskraft Schutzwerke baut, um 4 
den Tod abzuwehren, so muss es sehr auffallen, wie sich der 
Tod liier sein Opfer ohne allen Widerstand nimmt. Sehr wahr 
scheinlich ist es daher, dass der Tod hier in gewissen Leber 
gängen und Zwischenstufen erfolgt, wie z. B. vom Schlafe zur 
Ohnmacht, von da zur Syncope etc., was um so leichter möglich 
ist, als im Schlafe nicht nur die geistigen und sensoriellen 
Verrichtungen suspendirt sind, sondern auch der Blutumlauf ru 
higer und der Puls langsamer wird. Allein stösst man bei Er 
klärung der Ohnmacht nicht auf eben ein so grosses lläthsel, 
als wie beim Tode im Schlafe? und wenn wirklich Iletardation 
des Blutumlanfs im Schlafe diese Todesart begünstigte, warum 
ist sie dann so selten? — Ob diese Erklärung die richtige ist, 
oder nicht, daran liegt, wie der Vf. meint, ■wenig, wenn er nur 
durch das Mitgetheilte die Aufmerksamkeit auf eine eigenthüm- 
liche Todesart hingeleitet hat, und man über dieselbe genauere 
üntersuchungen anstellt. Es ist wohl kaum zu bezweifeln, 
dass der plötzliche Tod nicht immer auf eine und dieselbe Weise 
erfolgt, und dass die bisher gewöhnlich aufgestellten Arten von 
Schlagfluss diesen Gegenstand nicht erschöpfen. Als der Vf. vor f 
14 Jahren die erste Kunde von einem Lungenschlagfluss gab, 
beachteten manche Aerzte kaum die Schilderung dieser Form, 
Andere aber glaubten gar nicht an ihre Wirklichkeit. Seit aber 
Laennec sie bestätigt hat, findet man schon diesen Namen in 
den Sterbelisten. So wird man sich wohl auch später davon 
überzeugen, dass es eine Apoplexie des Herzens, abgese 
hen von der giebt, die durch mechanische Fehler dieses Organs
	        
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