Full text: (11. Band = 1835, No. 9-No. 16)

284 III. Pathologie, Therapie und medicinische Klinik. 
nen Entzündung, hauptsächlich von dem extravasirten Blute ab, 
und sind heftig stechende, oder schneidende, oder brennende, auch 
klopfende, manchmal hauende oder sägende Schmerzeu in der 
Milz-, in der epigastrischen Gegend und bald im ganzen Unter 
leibe, welche auch nach der Ruptur fortdauern und meistens kur» 
vor und während derselben am heftigsten sind, oft aber auch 
nachher erst recht überhand nehmen, während der Unterleib auf- 
schwillt und seine Temperatur zunimmt. Die übrigen Zufälle 
dürfen als bekannt vorausgesetzt werden. — Die grosse Gefahr, 
welche Milzzerreissungen mit sich führen, hängt nicht sowohl von 
der Dignität des Organs, als vielmehr von dem Extravasate und 
der durch das Blut veranlassten Reizung des Bauchfelles, und 
vorzüglich davon ab, dass die Milz fast immer schon vorher krank 
war, und der Kranke dadurch schon viel gelitten hatte. Dennoch 
hält Vf. die Milzruptur nicht stets für unheilbar, und führt aus 
den Schriften seiner Vorgänger mehrere Fälle an, welche das zu 
beweisen scheinen. Er brachte auch einem Hunde künstlich eine 
Ruptur der Milz bei, das Thier ward am Leben erhalten, und 
vollkommen wieder hergestellt. Nachdem man es ersäuft und 
aufgeschnitten, fand man den Riss der Milz geheilt, und offen 
bare Spuren vorhergegangener Entzündung. Also wird die Mög 
lichkeit der Heilung der Milzruptur nachgewiesen. — Je bedeu 
tender die Ruptur und der Bluterguss ist, je schneller dies er 
folgt, und je mehr der Kranke schon erschöpft war, um so ra 
scher entweicht das Leben, und so umgekehrt. Die Ruptur 
scheint nicht gleich nach von aussen erfolgter Verletzung einge 
treten zu seyn, wenn der Kranke noch mehrere Wochen nach 
erlittenem Unfälle fortlebt. — Da die Heilung des fraglichen 
Uebels doch stets problematisch ist, so räth Vf. zur Prophylaxis 
in den Fällen, wo Verdacht obherrscht, dass die Milz bei einer 
Verletzung gelitten haben, oder sonst krank seyn könnte. Dazu 
werden allgemeine und örtliche Blutentziehungen, kühlende und 
zugleich abführende Mittel, kalte Umschläge u. s. w. empfohlen. 
— In medicinisch-gerichtlicher Hiusicht erwähnt Vrf. noch, das 
eine kranke Milz sponte, d. h. ohne äussere Gewalt, dass sie 
durch Schläge, Fusstritte u. 8. w. zerreissen könne, ohne dass 
6ich äussere Merkmale von Sugillationen vorfinden, und dass man 
sich bei Sectionen in Acht nehmen müsse, die erweichte Milz 
zu zerdrücken und zu zerreissen, und dann auf vorhergegangene 
Ruptur zu erkennen. [Horn'8 Archiv, 1884, Novbr. JJecbr.] 
155. Beitrag zur Pathologie der Zehrkrankhei- 
ten; vom G. M. R. Dr. v. Stosch in Berlin. (Schluss. S. 
Summar. Bd. XI. Nr. 120.) Dass die Leber nicht bloss Abson 
derung eines zur Verdauung nöthigen Safts zum Zweck hat, son 
dern dass sie als Abscheidungsorgan für die Blutbildung höchst 
wichtig, und in dieser Beziehung der Lunge an die Seite zu 
setzen ist, bezweifelt wohl kein Physiolog mehr. Dass aber die 
Absonderung aus dem Blute durch die Leber eich von denen
	        
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