Full text: (11. Band = 1835, No. 9-No. 16)

III. Pathologie, Therapie und mediclnlsche Klinik. 283 
die den Ausspruch, ob sie dem Unfälle vorhergingen oder folg 
te 11 , sehr erschweren. — l)ie Gelegenheitsursachen der lluptur 
der Milz mögen seyn, welche sie wollen, so setzen sie doch 
ft*st stets vorbereitende innere Ursachen voraus. Dahin gehören 
Krankheitszustände der Milz, welche eine ungewöhnliche Ver- 
grösserung oder Erweichung derselben oder beide zugleich her- 
beiluliren, als: Congestionen, Auftreibung, Erweichung oder Mürb 
heit, chronische oder acute Entzündungen der Milz oder mehrere 
dieser Zustände zusammen. Dass diese Zustände nicht bloss vor 
herzugehen brauchen, sondern schon an sich, zumal wenn meh- 
re re Zusammentreffen, die Berstung des Organs bewirken kön- 
nen , bedarf keiner Erörterung. Noch leichter erfolgt dies, wenn 
2u gleich äussere Veranlassungen gewaltsam auf das Organ ein- 
'J’irken. Dahin gehören solche Verletzungen, welche bald die 
Milzgegend unmittelber trafen, oder, ohne diese zu berühren, 
mehr durch Erschütterung wirkten. Zwischen iunern und äus- 
sern Veranlassungen stehen diejenigen gewissermaassen inne, wo 
die lluptur durch Lachen geschehen seyn soll, oder wo sie durch 
Erbrechen bewirkt wurde, oder wo eiue Ueberladung des Ma- 
S en s sie erzeugte, welchen Fällen aber immer eine kranke Milz 
Jorherging. Gewissermaassen gehören hierher auch die Fälle, 
m Welchen starke Anstrengungen, Heben u. s. w. die lluptur zur 
E°lge hatten. Nach Dkjkan kommen in Batavia, wo Milzan- 
® c h\vellungen in Folge endemischer Fieber sehr gewöhnlich sind, 
Rupturen derselben sehr oft vor. Dasselbe wird auch von Lor- 
aika berichtet. Schläge, Stösse, Fusstritte u. s. w. in das linke 
Djpochondrium reichen daselbst hin, die Milz zu bersten, und 
* r f- führt Fälle an, in welchen Auftreibung und Weichheit des 
Organs so zur Zerreissung disponirten, dass schon ein schwach 
wirkendes mechanisches Moment von aussen diese zu bewirken 
'ennochte. Die Trennung des organischen Zusammenhanges be* 
*teht bald in einem einfachen, bald in mehreren Kissen, die entwe 
der oberflächlich sind und sich nur auf die Häute, oder zugleich 
mit auf die zunächst liegende Substanz beschränken, bald tiefer 
m letztere eingehen. Bisweiten geht der Hiss durch das ganze 
’ arenchym und spaltet die Milz in zwei Stiicke. Seltener findet 
sich die Milz ganz zermalmt. Bisweilen gestaltet sich die Vvum a 
mehr wie ein Loch, vielleicht wenn Exulceration oder Erwei 
chung einzelner Stellen Statt fand; manchmal hängt das Ansehen 
d e r Ruptur von der Verletzung selbst und dem wirkenden In 
strumente ab. In der Bauchhöhle finden sich dann fast jedes 
lal beträchtliche Extravasate von dickem, geronnenem, manch 
mal auch flüssigem, meistentheils schwarzem, bisweilen kaffee- 
sutzähnlichem öder tlieerartigem, bald stinkendem, bald geruch- 
msem Blute, oder blutiger Flüssigkeit. Dabei sind die Gefässe 
dfs Unterleibes blutleer, wie auch nicht selten alle grossem Ge- 
lass c des ganzen Körpers. — Die Zufälle der Milzroptur han- 
theilg von der Wunde selbst, theils von der hinzugekomme-
	        
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