Full text: (11. Band = 1835, No. 9-No. 16)

III. Pathologie, Therapie und medicinische Klinik. 271 
für möglich, dass stärkeres Wachstlium ohne Entartung der 
Masse gleichzeitig mit der, anfangs noch sehr beschränkten Ent- 
a rtung in den Pyramiden eintreten konnte und möchte diese Er 
scheinung deshalb den primären zuzählen. Die Wasseranhäufung 
ini 4. Ventrikel setzt er dagegen in die Periode, wo die Läh- 
mung stärker vortrat und vielleicht gab eben die erwähnte hef 
tige Erkältung die erste Veranlassung zu Exsudation. Gleichzei 
tig wurden die von den Seiten des verlängerten 3!arks und vom 
hintern Marke der Varolsbriicke entspringenden Nerven durch 
Kongestion des Bluts gereizt und zwar namentlich der JV. facialis 
und vagus. Daher das unwillkürliche Lachen schon am ersten 
^ a ge. Diese Nervenreizung musste aber später zu einem dem 
Krampfe entgegengesetzten Zustande führen und Lähmung bewir 
ken. Dies zeigte sich schon sehr auffallend bei den Wechsel 
heber-Anfällen, wo das Blut sich innerlich anhäuft; die Nerven 
tätigkeit wurde dann durch die Blutfülle ganz gelähmt, l’at. 
konnte weder schlingen, noch sprechen, und auch die Extremitä 
ten wurden fast ganz unbeweglich. Zu den spätesten Verände- 
r,, ngen zählt der Verf.: Lymphergiessungen auf der Oberfläche 
des grossen Gehirns, Ueberfüllung der Venen daselbst, Scharlach- 
tllie eines Theils vom Plexus chorioid. und Blutreichthum auf der 
Oberfläche des kleinen Gehirns. Die Veränderungen im Wirbel- 
canale möchte er eher den secundären zurechnen. — Was endlich 
ü*e Therapie der vorliegenden Hirnkrankheit betrifft, so wird mau 
w °hl nur dann von einem Heilversuche sprechen können, wenn 
*®nn die ersten leisen Anfänge des Uebels entdeckt und durch 
geeignete Mittel, die sich von selbst ergeben, wenn man die Na 
tur des Lebels begreift, den auf der Oberfläche des Rücken 
marks beginnenden Krankheitsprocess nach aussen ableitet. [Med. 
Zeit. v. Vereine für Heilkunde in Preussen, 1835, Nr. 14.] 
152. Krampfhusten; vom Prof. Dr. Lichtunstudt ln 
*t. Petersburg. Längst schon ist das Opium, allein und in Sub- 
s tanz, oder in manchen Verbindungen, besonders als Puh. l)o- 
* ,er *\ dem Vf. ein sehr nützliches Mittel in vielen Formen krampf 
haften Hustens. Selbst wo der Husten von schon zur Erwei 
chung vorgeschrittener Tuberkelkrankheit abhängt, giebt es krampt- 
hafte Beimischungen, durch deren Minderung man den Kranken 
sehr erleichtern kann und auch hier leistet das Opium, wenn 
n >an dadurch nicht den Auswurf hemmt, sehr viel, doch reicht 
Me Wirkung selten über 12 Stunden hinaus. Ist dagegen die 
k°rm rein krampfhaft, so vertreibt man zuweilen den. Husten 
i®uf lange Zeit. Nbümann’s Bemerkung, dass man Narcotica nicht 
[wiederholten, kleinen Gaben, sondern selten und in grosser 
Rabe reichen solle, verdient auch hier grosse Beachtung, allge 
mein kann sie aber schon deshalb nicht werden, weil man dio 
wrösse der Gabe, die Einzelne vertragen, ohne in Narkotismus 
*u verfallen, nicht im voraus bestimmen kann. Beim weiblichen 
weschlechte und bei Kindern ist grosse Vorsicht nöthig, daher
	        
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