Full text: (11. Band = 1835, No. 9-No. 16)

III. Pathologie, Therapie und medicinische Klinik. 268 
als Husten und Auswnrf am frühen Morgen klagen zu können. 
Hätte man hier mit Sorgfalt auscultirt, sb_ würde man bestimmt 
die Voinica entdeckt haben. Solche Kranke erliegen aber oft 
andern Leiden, ohne dass der Zustand ihrer Brust sie zu beson 
dere Klagen gegen den Arzt, und diesen zu eiuer stethoskopi- 
schen Untersuchung veranlasst hätte. — Di. Philipp geht nun 
über zur speciellen Betrachtung der einzelnen stethoskopischeu 
Zeichen und umfasst in dem vorliegenden Aufsatze die Auscul- 
tation in Beziehung auf das Atbiueu. Es kam ihm darauf an, 
eine bequeme Uebersicht dieser Zeichen zu geben und, ohne in 
genaue Erörterungen einzugeben oder auf Vollständigkeit An 
spruch zu machen, das Wichtigste mitzutheilen, insofern als es 
sich ihm bewährt zu haben schien. — Das Athmungsgeräusch 
im normalen Zustande', Bläschengeräusch, wird modificirt durch 
Bildungsfehler (bei Buckligen in der zusammengedrückten Lunge 
schwach, in der andern pueril); es wird stärker gehört beim 
Schnell-Athmen, schwach beim Tief-, oder Langsam-Athmen; 
es wird getrübt durch gleichzeitige Muskelcontractionen; cs kann 
ganz unterdrückt oder wenigstens geschwächt werden, durch mo 
ralische Affecte; es wird stärker gehört bei Kindern (pueriles 
Athmungsgeräusch), schwächer bei Greisen; endlich vernimmt 
man es an den verschiedenen Stellen des Thorax mehr oder min 
der deutlich. Das Athmungsgeräusch im krankhaften Zustande 
wird modificirt: 1) in Bezug auf seine Intensität. Diese wird 
Vermindert oder das Geräusch wird ganz aufgehoben durch (Je 
dem der Wände des Thorax, durch Pleurodynie, durch Pseudo- 
membranen oder tuberculöse Ablagerungen auf der Pleura, durch 
Empyem, durch Pleuritis und ihre Folgen, durch Pneumothorax, 
Bronchitis, Lungentuberkeln, Herzkrankheiten und Aneurysmen 
innerhalb des Thorax. Vermehrt wird die Intensität in der ei 
nen Lunge bei Exsudaten in der Pleurahöhle und Lungentuber 
keln der andern Seite, ferner partiell, wenn nach Katarrhen durch 
Entfernung von Schleimmassen in den Bronchien eine verstopfte 
Uungenpartie wieder der Luft zugänglich wird. — 2) In Bezug 
auf die Natur des Athmungsgeräusches, e!s heisst dann: a) re~ 
spiratio bronchialis, welche in verschiedenen Varietäten vor- 
koramt, zuerst noch dem puerilen Respirationsgeräusch ähnlich, 
doch weniger auf der Oberfläche als dieses, dann als resp. tuba- 
Tia, wie wenn man in eine geschlossene Röhre bläst, und end 
lich als scharfes Blasen (respiration söttfflänte). Alle Varietäten 
der verschiedenen Stärke, und dem Kaliber der Broncbialäste und 
zugleich dem Zustande des sie aufnehmenden Lungenparenchyms 
entsprechend. Daher werden sie gehört in der Pleuritis mit* mas 
sigem Erguss, iin 2. uud 3. Grade der Pneumonie, bei Tuberku 
lose der Lungen, Dilatation der Bronchien, und endlich bei alten, 
nicht zu grossen Eiterböhlen. — b) Respiratw cavernosa, selten 
re 'n, meist mit Rhonchis vermischt bei leeren TuberkelHoIiIeii, 
namentlich wenn in denselben ein Vernarbungsproces9 Statt fin-
	        
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