Full text: (11. Band = 1835, No. 9-No. 16)

222 III. Pathologie, Therapie und medicinische Klinik. 
fasern sind, kaum zu begreifen seyri, dass eine solche Höhle 
ganz ohne Eiter zurückgelassen worden wäre, man müsste sie 
denn für Folge der Erweichung und nachfolgender Beseitigung 
eines grossen Tuberkels halten, denn diese hat man nicht selten 
in der Substanz des Herzens gefunden. Einer solchen Ansicht 
widerspricht aber die mitgetheilte Krankengeschichte, so wie die 
Constitution des Kranken, da derselbe ausserordentlich robust war, 
und der Anfall sich plötzlich einstellte und alle Merkmale acu 
ter Entzündung an sich trug. Nach Andral werden im Herzen 
nie Tuberkeln angetroffen, wenn dergleichen nicht auch gleichzei 
tig in andern Theilen Vorkommen. In dem hier in Rede stehen 
den Individuum war aber etwas der Art nirgends zu bemerken. 
[v. Froriep’s Notizen, Bd. 44, Nr. 6. nach Dublin Journal of 
Medic. and Chemie. Science, March, 1835.] 
119. Zur Behandlung der Wassersucht nach Schar 
lachfieber; von Dr. Romberg in Berlin. Die im vorigen Herbste 
in Berlin herrschende Scharlachepidemie Zeichnete sich durch 
Häufigkeit und Gefalir der Nachkrankheiten aus und liesS nicht 
selten die Unzulänglichkeit der Heilmittel bedauern. Und . doch 
ist Einleitung und Unterstützung der Cur durch Kunst gerade 
in den Nachkraiikheiten am nÖthjgsten. Wenn Arme und Land 
leute Scharlachkranke während des Exanthems oft ohne ärztliche 
Hülfe lassen, so suchen sie letztere sofort, wenn Nachkrankhei 
ten eintreten, da es ihnen bekannt ist, dass Natur allein, und 
Hausmittel hier nicht ausreichen. Die Aufmerksamkeit der Aerzte 
bleibt indess mehr auf Behandlung des Scharlachfiebers, qlsi sei 
ner Nachkrankheiten gerichtet, wenn auch der Umstand, dass die 
wesentliche Verbesserung in Behandlung des Scharlachs, die wir 
ausgezeichneten Beobachtern, z. B. Stieglitz u. A. verdanken, 
weder auf Verhütung noch Heilung seiner Nachkrankheiten von 
Einfluss war, dieselben der Berücksichtigung dringender empfeh 
len sollte. Die Behandlung der consecutiven Wassersucht des 
Scharlachs ist heute noch, was sie zu Borsieri’s Zeit war, der 
zuerst einen Hydrops calidus und frigidus aufstellte und darnach 
die Indicationen modificirte. Seitdem erwähnt man fast überall 
als Thatsache das Vorkommen eines zweifachen wassersüchtigen 
Zustandes nach dem Scharlach, und hebt in dessen Schilderung 
die Grellheit der Züge hervor. Als pathognomonisch sieht mau für 
den einen: heisse, straffe Geschwulst, acuten Verlauf, Begleitung von 
Entzündungsfieber und geringen Abgang blutigen Urins, für den 
andern: blasse, kalte, teigichte Geschwulst, schleppenden Verlauf, 
Fieberlonigkeit, Adynamie in allen Verrichtungen und wässerige^ 
Urin an. Wo solche Uebereinstimmung obwaltet, sollte man nür 
Wahrheit erwarten, doch man vergleiche einmal die Ergebnisse 
eigener, Beobachtung mit dem Angegebenen. Der Vf. hat schon 
früher und mR noch grösserer Sorgfalt im Vorigen Jahre alle 
Fälle darauf geprüft, und bei keinem einzigen Bestätigung gefun 
den. Nirgends war die ödematöse Geschwulst vön der gewöhn-
	        
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