Full text: (11. Band = 1835, No. 9-No. 16)

III. Pathologie, Therapie und medicinische Klinik. 221 
worden und nach 10 Minuten anhaltenden starkem Todeskampfe 
gestorben sei. Tags darauf öffnete der Verf. den Verstorbenen 
und untersuchte das Herz. Mehr erlaubten nämlicli die Anver 
wandten nicht. Der Herzbeutel enthielt ungefähr ein Naggin (?) 
oder etwas mehr helles Serum, und der Theil desselben, der das 
Herz überkleidet, war an einigen Stellen roth punctirt und hatte 
hier und da auf seiner Oberfläche Fetzen von Aftermembranen. 
Das Herz war 2 oder 3 Mal grösser als gewöhnlich. Als II. 
vom Ursprünge der Aorta längs dem linken Ventrikel gegen d:e 
Spitze hin einen Einschnitt machte, öffnete er eine Höhle, die 
er anfangs für den Ventrikel hielt, doch sah er bald seinen Irr 
thum ein, und bat sich von der Familie das Herz zur nähern 
Untersuchung aus. Er erhielt es und untersuchte es nun später 
sorgfältig. Die erwähnte Höhle konnte ungefähr eine kleine 
Orange fassen und hatte sich in der äussern Wand des linken 
Ventrikels gebildet. Sie schien von der Höhle des Ventrikels 
durch die innere Haut geschieden, die sich in eine dicke fibröse 
Haut verwandelt hatte, während au der äussern Wand das Mus 
kelgewebe des Ventrikels, gleichsam als Zusammendrückung, ganz 
geschwunden war. Diese Haut war mit leicht sich abschälenden 
Fetzen von coagulabler Lymphe überzogen. Gerade an der Spitze 
sah man eine kleine runde, glatte Oeffnung von ungefähr 2 Li 
nien im Durchmesser, die plötzlich in eine der Falten der Aor 
tenklappe führte und ungefähr 4 Linien unter der Mündung der 
Kranzarterien lag. Sämmtliche Klappen des Herzens und der 
Gefässe desselben waren gesund. Die Aorta hatte den natürli 
chen Durchmesser und war gesund, bis auf eine verbreitete und 
tlieilweise llöthe an einer kleinen Stelle ihrer innern Haut, die 
sich jedoch nach 24stündigcr Maceration verlor. An der Ober 
fläche der Zwischenwand der fünften Höhle befand sich ein völ 
lig kreisrunder weisser, ungefähr 1 Schilling grosser Fleck, 
der aus einer weichen Schicht plastischer Lymphe gebildet und 
nur am Umfange mit der auskleidenden Membran des Ventrikels 
verbunden war. Diesem Fleck entsprechend, hatte die überklei 
dende Membran einen seichten Eindruck und war gefässreicher, 
als sonst, indem sie offenbare Spuren von Entzündung zeigte.— 
Was die Natur dieses Uebels anlangt, so vermuthet der Vf. ein 
Aneurysma der Aorta,, das sich an einer sehr ungewöhnlichen 
Stelle entwickelte. Er gesteht übrigens, dass es im ganzen eine 
Krankheit sey, von der er, nach Vergleichung vieler Schriftstel 
ler, nichts ganz Aehnliches finden kann. Das Einzige, woran 
man noch denken könnte, wäre ein Abscess in der Substanz des 
Huken Ventrikels. Von letzterem Uebel fehlt es nicht an eini 
gen Beispielen, sie sind aber so unvollkommen beschrieben, dass 
sie nui; wenig Aufklärung geben. So führt z. B. Moroagni ® ub 
dem Bonkt 3 oder 4 Beispiele an. Was aber einen solchen Ab- 
scess anlangt, so würde es, abgesehen davon, dass AbscesseJnt 
Herzen wohl mehr Ergieggungen von Eiter zwischen die Muskel-
	        
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