Full text: (11. Band = 1835, No. 9-No. 16)

220 III. Pathologie, Therapie nnd medicinische Klinik. 
Rhabarber. — Seit 8 Jahren, wo dieser Zufall sich ereignete, 
ist dem Mädchen etwas der Art nicht mehr zugestossen. [«. Fro- 
riep’s Notizen, Bd. 44, Nr. 11. nach The United states medic. 
and surgical Journ.] 
118. Eine in ihrer Art einzige Herzkrankheit; 
von Sameel Hanna, Arzt am Armcnkrankenhanse zu Dublin. Ein 
31 jähriger lustig lebender Mann von ausserordentlicher Körper 
kraft und Thätigkeit und unruhigem, unternehmendem Charakter 
hatte mehrere gefährliche Stürze vom Pferde gethan, da er frü 
her Exercirmeister bei einem Dragonerregimente und später Be 
reiter gewesen war. Er hatte sich jedoch immer wohl befunden, 
bis auf folgenden Anfall: am 25. Äug. v. J. that er nämlich ei 
nen gefährlichen Sturz vom Pferde herab auf den Rücken, ohne 
sogleich üble Wirkungen zu spüren. Nach einigen Tagen empfand 
er aber mit einem Male Herzklopfen und Uebelkeit. Er nahm 
ein Brechmittel, das die Zufälle steigerte, und von nun litt er un 
unterbrochen an Herzklopfen. Bald nachher hörte er links von der 
Mitte des Brustbeins etwas laut platzen, und es folgte sogleich an 
derselben Stelle brennender, bisweilen unter das Schulterblatt 
und am Arme herabschiessender Schmerz. Dieser Schmerz währte 
eine beträchtliche Zeit, hat aber seitdem auf Digitalis aufgehört. 
Später wurde Pat. auf der Jagd plötzlich von so heftigem Herz 
klopfen ergriffen, dass er ohnmächtig wurde. Ein Aderlass am 
Arme schaffte Linderung. Später trat Blutspucken ein. Als II. 
den Kranken sah, war er sehr abgemagert und geschwächt, und 
es fanden sich die gewöhnlichen Symptome von Herzkrankheit 
vor: Dyspiioe bei Bewegung, besonders beim Steigen in die Höhe, 
Orthopnoe, Herzklopfen, Träume, Auffahren, Husten etc. Der 
Puls war etwas klein, aber regelmässig. Das Stethoskop ergab 
Folgendes: zwischen der 2. und 3. Rippe am Brustbeine wurde 
lautes schwirrendes Rauschen einer Flüssigkeit und zugleich dop 
pelter Schlag gehört. Dies vernahm man über die ganze Herz 
gegend hinweg, am lautesten aber war es an der erwähnten Stelle, 
und der hier aufgelegte Finger bemerkte sehr deutliches Schnur 
ren. Die Impulsionskraft war an diesem Puncte verschieden und 
ging bisweilen weit über das Natürliche, woran aber das Herz 
klopfen nicht Schuld war. Bei der Percussion vernahm man ei 
nen hellen Ton. Der Vrf. verordnete einen Aderlass, und dann 
Digitalis, Hyosc. etc. Diess geschah im Januar. Im Febr. schritt 
die Krankheit immer weiter vor, und das Oedem am Fussgelenke 
nahm zu, ohne jedoch übermässig zu werden, die Angst vom Er 
stickungsgefühle aber wurde unerträglich. Am 1. März nahm 
Pat. auf Rath eines Freundes etwas Opium, wenn ihn auch frü 
her FI. vor demselben gewarnt hatte. Am Abende meinte Pat., 
es sei ihm ganz leicht und wohl. Offenbar befand er sich unter 
dem trügerischen Einflüsse des Opiats. Als H. Tags darauf ihn 
besuchen wollte, erfuhr er, dass er, kurz nachdem er ihn am 
Abende verlassen hatte, von einem Erstickungsanfalle ergriffen
	        
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