Full text: (11. Band = 1835, No. 9-No. 16)

III. Pathologie, Therapie und medicinische Klinik. 219 
denn auch gegen Vr. Wolf aus Bonn und gegen G. H. Phetz 
aus. Die Kenntniss des Uebels hielt aber freilich die weitere 
Entwickelung desselben nicht auf, und was etwa ärztlich geschah, 
wurde nur unternommen, um nicht unthätig zu bleiben. Dahin 
gehörte z. B. Anwendung der Elektricität. Ende Sommers ver 
schlimmerte sich Pat. immer mehr, die Füsse konnten sich nicht 
mehr fortbewegen und erschienen beim Stehen mittelst Unter 
stützung wie festgenagelt, die Hände versagten die Dienste, die 
Sprache wurde immer unverständlicher, das Schlucken beschwer 
licher, das unwillkürliche Lachen heftiger, und die Krämpfe der 
Glieder häufiger. Dabei blieb Pat., bis auf seltene Ausbrüche 
von Wehmuth, ruhig und zufrieden. Im Octbr. wurden auch die 
Nächte unruhig, und Pat. musste oft mit Anderer Hülfe die Lage 
wechseln. Sprache und Schlucken wurden noch beschwerlicher 
und oft ging das Genossene mit Räuspern durch die Nase weg. 
Am 25. Octbr. stellte sich wieder ein Fieberanfall ein, und die 
damit eintretende stärkere Lähmung stieg so, dass sie bald in 
völlige Lähmung aller willkürlich beweglichen Theile überging. 
Am längsten blieben die Augenmuskeln thätig und Pat. konnte 
zuletzt bei gänzlicher Sprachlosigkeit sich nur durch Winken ver 
ständlich machen. Der Unterkiefer hing herab, und die Lippen konn 
ten nicht mehr geschlossen werden, das Bewusstsein aber blieb bis 
wenige Stunden vor dem Tode, der am 18. Oct. eintrat. (Schluss 
folgt). [Med. Zeit. v. d. Vereine /. Heilk. in Pr., 1835, Nr. 13.] 
117. Ein Fall von Katalepsie; von Dr. Mc. Comu zu 
Neu-York. Am 27. Jul. 1831 wurde C. zu einem 7jährigen 
Mädchen gerufen, welches, vorher ganz gesund, mitten im Spie 
len und Springen mit einem Male niedergefallen war. C. fand 
das Kind auf dem Rücken liegend, die Augen waren anscheinend 
auf irgend etwas gerichtet, das Kind beantwortete keine Frage, 
und die Umgebung gab an, dass sie vergeblich versucht hätte, 
mit ihm in Verständnis zu kommen. Das Athmen schien natür 
lich. C. hob Hand und Arm in die Höhe, um den Puls zu un 
tersuchen: er fand ihn etwas hart, und 1)0 Mal in der Minute 
schlagend. Als er aber Arm und Hand sanft herabgleiten lassen 
wollte, bemerkte er, dass sie in der Stellung, in die er sie ge 
bracht, verblieben. Er versuchte nun dasselbe mit dem andern 
Arme und erhielt dasselbe Resultat. Dann bog er den Kopf der 
Kranken bis auf die Brust herab, und hob die Beine in die Höhe, 
so dass er dem Körper fast die Gestalt eines Kreises gab, und 
er wurde zehn Minuten in dieser Stellung gelassen. Hierauf zog 
C. ein Augenlid herab, während das andere geöffnet blieb, kurz, 
in welche Stellung er auch die Kranke brachte, sie blieb unver 
ändert in derselben. Man machte einen Aderlass von 10 Unzen 
und gab ein lauwarmes Bad und reizende Lavements. Nach einer 
Stunde war noch Alles beim Alten, als Pat. plötzlich, während 
8 *e ein Lavement erhielt, wieder zu sich kam. Da sie stark 
verstopft war, verordnete C. 10 gr. Kalom. und eben so viel
	        
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