Full text: (11. Band = 1835, No. 9-No. 16)

208 III. Pathologie, Therapie und raedicinische Klinik. 
jedoch nicht die weitere Ausführung dieser einzelnen Mittheilun 
gen. — Zum Schlüsse finde noch die Bemerkung Platz, dass eine 
lange Uebung erst in den Stand setzt, die einzelnen Geräusche 
bestimmt zu unterscheiden, da man die verschiedensten Lieber 
gänge von einem zum andern zu Ohren bekommt, und dass es 
bei diesen Zeichen, deren Mittheilung recht eigentlich durch 
Ueberlieferung geschehen muss, darauf ankommt, dass ein schon 
Geübter die charakteristischen aufsucht, bestimmt und dem 
Anfänger einprägt. Unter der Menge von Geräuschen, die z. B, 
ein Phthisiker zu bieten pflegt, wird sich schwerlich ein Uner 
fahrener zurecht finden. Die Uebergänge des Wiederhalls der 
Stimme in der Brust bis zur Bronchophonie wird ein Anfänger 
erst nach langer Mühe gehörig kennen lernen, und noch schwe 
rerwird es ihm werden, den Unterschied zwischen Bronchopho- 
nie und Pectoriloquie zu fassen, wenn er nicht besonders auf 
denselben aufmerksam gemacht wird und wenn er sich nicht an 
die vielen Nuancen dieser beiden Arten gewöhnt hat. 
114. Medicinische Beobachtungen; von Dr. Stein 
thal in Berlin. (Fortsetzung. S. Summar., Bd. XI, Nr. 2.) Drit 
tes Quartal 1834. In Folge der ungewöhnlich anhaltenden 
Hitze dieses Sommers entstanden viele Erkältungskrankheiten, un 
ter denen bis Ende Septembers die gastrisch-nervösen und 
dann die katarrhalischen Formeu vorherrschend waren. Ma 
genüberladungen oder andere Diätfehler gaben nur selten die Ur 
sachen dieser Krankheiten ab. Auch die Wechseifieber fanden 
sich wieder ein, weniger im Juli, als in' den beiden folgenden 
Monaten. Die gastrisch - nervösen, wie auch die intermittirenden 
Fieber traten nicht selten als einfache gastrische auf und nah 
men erst nach 8 —14 Tagen ihre eigentliche Form an. Andere 
vorkommende Fälle stellt Vrf. zwischen beide und versteht dar 
unter diejenigen, welche es vorher, lange ungewiss liessen, ob 
sich ein Synochus gastricus oder eine reine Intermittens entspin 
nen würde. Der Zustand wechselte nämlich zwischen lebhaftem 
Fieber, gelinden Fieberbewegungen bei nicht verringerten Klagen 
über Mattigkeit, Hinfälligkeit, Eingenommenheit des Kopfes, und 
zwischen unvermuthetem Wohlseyn. Bald schien sich ein Ter- 
tian-Typhus geltend zu machen, bald kamen wieder einige Tage, 
die ganz abweichend verliefen: Der Kranke war scheinbar ge 
sund, wo man ihn lebhaft fiebernd zu finden glaubte und so um 
gekehrt; jedoch war der Ausgang stets günstig.'— Ausserdem 
sah man noch viel Brechdurchfälle, mitunter mit Symptomen, 
welche an die asiatische Cholera erinnerten, wie auch Scharlach 
kranke. Unter den chronischen Uebeln waren Blutungen häufig, 
wozu wohl die Hitze Anlass gab. Vorzüglich heilsam waren die 
sen Sommer die Mineralwässer den chronischen Unterleibskran 
ken. Eine Frau, in den klimakterischen Jahren, welche den 
ganzen Winter hindurch an wiederholten Anfällen von chroni 
scher Leberentzündung, Gelbsucht und an den heftigsten Gal-
	        
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