Full text: (11. Band = 1835, No. 9-No. 16)

V. Chirurgie und Ophthalmologie. iU 
V. Chirurgie und Ophthalmologie. 
97. Zwei Fälle von fremden Körpern in der Luft 
röhre; vom Hoirath Df- Steinrück. in Berlin. Wenn auch erb- 
iche Kranklieiten der Respirationsorgane gerade nicht selten sind, 
so scheint doch hereditäre fehlerhafte Aü'ection der dje, Stimm- 
r*tze construireuden Gebilde nicht zu den gewöhnlichen Uebeln 
au gehören, und der Fall einer solchen Abnormität, die sich durch 
eine ganze Familie verzweigte, und durch consecutiv« Lungenlei* 
deu üble Folgen hatte, der Mittheilung werth zu sein: ein Vater 
mehrerer anscheinend gesunder Kinder klagte dem Vf., dass er 
ott beim Essen, und nicht selten auch im Schlafe, von Kitzeln 
un Kehlkople mit heftigem Krampfhusteu befallen würde, der 
durch dahin gelangte Nahrungsmittel oder Schleim hervorgerufen 
werde. Zugleich gab er an, dass er nur Erleichterung hoffe, da 
ebenfalls sein Vater dieses Uebel gehabt habe, und nie davon 
beireit worden sey. Audi. wären ihm schon ähnliche Zufälle bei 
seinen Kindern vorgekommen, wo er häufig durch eiqen Löffel 
Oel Erleichterung geschafft habe. Regelmässiger Bau der Brust 
sämratlicher bamilienglieder, nicht abnorme Stimme, so wie Ab 
wesenheit scrophulöser und anderer Uebel der Lungen and der 
Umgebungen des Keh)kopfts bestärkten, bei Wirksamkeit des Oels, 
den VI. in der Ansicht, dass der Krankheitszustaud ein krampf 
hafter sey. Nachstehende traurige Zufälle führten ihn aber von 
Meser Meinung ab: der zweite Sohn, ein munterer (»jähriger 
nabe, der oft an ähnlichen Beschwerden, wie der Vater gelit- 
en, spielte mit Rohnen und nahm mehrere davon in den Mund, 
eun Lachen gleitete eine derselben in die Luftröhre. Die hef- 
tigste Anstrengung der Natur, Brech- und Niesemittel, ja selbst 
der Luitröhrenschnitt von sehr geübter Hand konnten den Tod 
nicht abwenden. Bei der Section nahm man weder abnorme Bil 
dung qps Kehlkopfs, noch der Umgebung derselben wahr. 
p, r ,, e . Sti ' nmri !ze erschien etwas erschlaffter, als gewöhlir 
ich. Bei dieser unbedeutenden Abnormität scheint daher der 
Grund des in Rede stehenden Familienleidens mehr ein dy 
namischer, als ein organischer. Die Bohne lag auf der Theilung 
4er beiden Bronqhialäste. — Später hatte die Schwester dieses 
na len, cm 8jähriges Mädchen, fast ein ähnliches Unglück. Als 
J lc ’ ,a . ln lc hi'Mandeln ass, schlüpfte ihr ein Stück davon in die 
u tronre. Unter dem heftigsten Husten trat sogleich Erstickungs- 
gelahr ein, das Gesicht wurde blau, und betäubt sank das Kind 
zusammen. Doch schaffte ein Löffel Oel Erleichterung, und die 
erloschene, Stimme kehrte zurück. Als St. das Mädchen sah, 
"ar die erste Gefahr vorüber. Die Respiration war sehr be 
schleunigt der Puls hatte 12« Schläge und das Mädchen gab als 
ten* ir “ em ^ en Kütpers die Stelle zwischen der 3. und 4. rech- 
.J^trippn Wh Uni hei schon erhöhter Gefässthätigkeit der 
umlUAg vorzubengeu, und im glücklichsten. Falle durch starke
	        
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