Full text: (11. Band = 1835, No. 9-No. 16)

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IV. Materia medica und Toxikologie. 
schäftigt, den Samen der Zwietracht auszustreuen, mir diesen 
Kranken abspenstig machte, und ich hörte denn gar bald, dass 
es der neuen Heilmethode gelungen sey: „den von dem letzten 
Podagra-Anfalle zurückgebliebenen Knieschmerz zu verbannen und 
der Brust eine bessere Beschaffenheit zu geben.“ Was ich 13 
Jahre lang geleistet hatte, war nun nichts mehr gegen die Nach 
lese, welche ein Homöopath nach dem letzten, von mir bis dahin 
glücklich vorübergeführten Asthma- und Podagra-Anfalle gehalten 
hatte. Der Glanz seines Verdienstes versetzte mich in dichten 
Nebel! — Aber der hinkende Bote kam bald nach und rüttelte 
diesmal kräftig am Baume der Verantwortung: denn als der Win 
ter dem Frühlinge wich, fand ich den Namen meines treulosen 
Patienten auf dem Todteilverzeichnisse: sein Asthma (so hörte 
ich) war zurückgekehrt, und man hatte den Moschus nicht 
gegeben. 
86. Die zweckmässigste Formel, das Eisen inner 
lich zu verordnen; von Dr. Miäumm in Dresden. Durch die 
Art, wie in den Mineralwässern das Eisen aufgelöst, und durch 
die kräftige Wirkung, welche diese kleinen Mengen ausüben, ist 
uns der Weg gezeigt, wie wir den Kranken das Eisen verordnen 
sollen, und wir würden, wenn nicht die Mineralwässer so schnell 
zersetzt würden oder zuweilen durch die grosse Wassermenge be 
lästigten , nichts anders zu thun haben, als diese trinken zu las 
sen. Da von allen in den Apotheken vorräthig gehaltenen Präpa 
raten keines in einer Form verordnet wird, welche der Organis 
mus gut aufnimmt, denn gewöhnlich entstehen bei dem Gebrauche 
von Eisenmitteln Belästigungen der Verdauung, so erlaube ich mir 
liier nochmals eine zwar schon von Chemikern empfohlene, von 
den Aerzten aber nicht benutzte Formel in Anregung zu briugen. 
Sie würde, wie folgt, lauten: 
R. Ferri sulph. cryst. 5(J. R. Natri carb. aciduli 5ß. 
Saech. alb. 5jß- Sacck. alb. 5jß- 
M. f.pulv. div. in xij part. aeq. M. f. pulv. div. in xij part. aeq. 
D. S. No. 1. 1). S. No. 2. 
Von jeder Nummer lässt man ein Pulver in ein paar Esslölfei 
Wasser lösen, und nachdem es gelöst, wird beides gemischt und | 
während des. Brausens schnell getrunken. Durch diese Mischung 
erhält man reichlich einen Gran kohlensaures Eisenoxydul in 
kolilensaurem Wasser gelöst mit etwas Glaubersalz und unzer- 
_setztem köhlensaurem Natron. Absichtlich ist etwas saures koh 
lensaures Natron mehr zugesetzt, als gerade zur Zersetzung 
des Schwefelsäuren Eisens nötliig ist, damit auf jeden Fall das 
iJisen assimilirbar in den Körper gebracht wird. Die verschick- j 
teu eisenhaltigen Mineralwässer stellen gewiss einer solchen For 
mel nach, und zwar nicht allein in Bezug der Kosten, sondern 
auch in der'Wirkung. Möchten daher die Aerzte diese Formel 
versuchen, und sich vom Werthe derselben überzeugen!
	        
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