Full text: (11. Band = 1835, No. 9-No. 16)

144 III. Pathologie, Therapie und medicinische Klinik. 
habenden Membran ist. Auch bestätigt dieser Fall vollkommen, 
was Heim sagt: dass zur Bildung einer solchen Membram eine 
Zeit von 6 —12 Stunden hinreiche, indem M. den Kranken erst 
7 Stunden in Behandlung hatte, für diesen Fall also etwa S) Stun 
den zu rechnen wären. Dieses Zeichen muss daher als einzig 
charakteristisch aufgestcllt werden. — Noch hebt der Vrf. aus 
dem* von ihm mitgetheiiten, freilich als einzelne Beobachtung da 
stehenden Falle einige Symptome von Bedeutung hervor, die 
iheils die frühem Beobachtungen IIkiji’s bestätigen, tlieils nur 
diesem Falle angeboren. Bei dem als charakteristisch anzuueh- 
menden Symptome, des Rückwärtsbeugens des Kopfes zeichnete 
sich derselbe noch besonders aus durch stetes Beharren des 
Kranken in derselben ziemlich horizontalen Rückenlage, durch 
ganz eigentümlichen, nicht zu beschreibenden Ausdruck des 
Schmerzes im Gesichte, dessen Temperatur und Farbe jedoch 
nicht verändert waren, durch gänzliche Stimmlosigkeit des Kna 
ben bei übrigens ungehindertem Schlucken, durch gänzliche Pas 
sivität und eigentümliche Resignation des Kranken und was die 
sen Fall besonders auszeichuet, bei grosser Beschwerde, Atem 
zu. schöpfen, durch das weite bis zu einem rechten Winkel aus 
gedehnte Ausstrecken beider Arme vom Körper. — Dass nun ein 
Arzt, der einen solchen Fall zu Gesichte bekommt, nicht leicht 
das angegebene Verfahren, den ganz fehlenden Husten durch die 
Kunst zu erzwingen, vernachlässigen dürfte, möchte wohl schon 
im-Bestreben enthalten seyn, jedes etwaige Moment zur Begrün 
dung einer sichern Diagnose zu verwenden, -r- Für etwaige Zwei 
fler fügt M- noch hinzu, dass der Vater des Knaben im erwälpt* 
tpp Fab« der Gesindeyermiethgr Kleine in Magdeburg, die Frau 
aber, die nach erfolgtem Husten sogleich die oben mhgetheiUe 
Fyage an ihn richtete, ylie Nachtwächtersflau Gänsen ist. [//?<- 
felund'n Jout n. d. pi alct.-.Heilk. , 1835, Fcbr.} - ^ 
..... &1..Tö.dtlicher Starrkrampf nach einem Anfalle 
von habitueller Fallsucht; vom Prof. 1)(. 0[tto in Kopen 
hagen. Ein 23jähriger, robuster Mensch hatte .von Jugend auf 
au Faljsucht gelitten, deren Anfälle sich im letzten halben Jahre 
ungewöhnlich oft ein&teliten. Sie entstanden iqehrere Wochen 
läglidi 2 Mal, hielten aber nicht lange an. Antepileptica in 
Menge und unter diesen Sedum acre, Cupr. amnion. und Lap. 
infem., waren ohne allem Nutzen angeweudet worden. Einen 
Tag im vorigen Jahre wurde Pat. aus der Strafanstalt ins Spital 
gebracht, nachdem er 1 Stunde vorher einen sehr starken Anfall 
von Epilepsig gehabt hatte., Wegen Steifheit des Rückens klagte 
er. über IJnvpripögeii zu gehen. O. vermuthete, dass er während 
des Anfalls gefallen sey und sich gesessen habe, doch vernein- 
ien dies seine Mitgefangenen, die ihn gleich in ihre Arme ge 
nommen haben wollten. Da er sehr roth im Gesichte war, ver- 
ordnete der Vrf. sogleich einen Aderlass und dann gab er Pplv- 
refriger. 2 Tage nachher gab Pat. an, nichts Festes verschlu-
	        
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