Full text: (10. Band = 1835, No. 1-No. 8)

III. Materia Medica und Toxikologie. 93 
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und wirken besonders dann heilsam, wenn es dem Blute an ga- 
strischen Bestandtheilen mangelt und dasselbe zur Zersetzung und 
fauligen Auflösung sich hinneigt, während sie, die Mineralsäuren, 
bei wahren, synochalen Entzündungen mit vermehrter Plasticität 
und entzündlicher Dichtigkeit des Blutes u. s. w. contraindicirt 
sind. Sedativ und roborirend wirken sie, indem sie die Expan- 
sion beschränken, die Contraction vermehren und eben darum 
die Reizempfänglichkeit und Beweglichkeit der Faser verbinden. 
— Die angeführte Verschiedenheit der einzelnen Säuren unter 
sich dürfte zu dem Zweifel führen, ob die angeführten Wirkun- 
gen auf den Organismus denselben insgesammt zugeschrieben 
werden können? Allein die Säuren in ganz reinem Zustande und in 
so geringer Verdünnung, dass sie zwar in einer bestimmten Gabe 
von den Verdauungswerkzeugen vertragen werden, in noch ge- 
ringerer Verdünnung aber, oder in grösserer Gabe schlimme Zu- 
fälle bewirken würden, haben ähnliche und gleiche Wirkungen, 
also auch übereinstimmende arzneiliche Eigenschaften. Dagegen 
lässt sich nicht bestreiten, dass die einzelnen Säuren, zu Folge 
ihrer eigenthümlichen Mischungsverhältnisse, auch eigenthümli- 
che Eigenschaften, Kräfte und Wirkungen besitzen. Die Säuren 
organischen Ursprungs sind aus gleichen Theilen Radicalen und 
verschiedenartigen Säuren, diejenigen unorganischen Ursprungs 
aber aus verschiedenen Radicalen und Sauer- oder Wasserstoff 
zusammengesetzt. Daher die übereinstimmenden Wirkungen der 
gebräuchlichen vegetabilischen und die Abweichungen und Ver- 
schiedenheiten der am meisten gebrauchten Mineralsäuren, deren 
Radicale Schwefel, Phosphor, Chlor, Kohlenstoff und Stickstoff 
sind. Die Salzsäure wirkt weniger adstringirend, weniger tonisch 
und weniger dauerhaft, als die Schwefelsäure. Deshalb hat man 
die Salzsäure als den Spirituosis ähnlich wirkend betrachtet und 
in einige Beziehung zur Sensibilität gestellt; während die ver- 
dünnte Schwefelsäure als fixes Reizmittel dasteht. Die Salzsäure 
wirkt rasch und kräftig auf die Irritabilität: sie hebt den Puls, 
erzeugt eine angenehme Wärme, vermehrt den Ton der Faser, 
vermindert die Empfindlichkeit und Beweglichkeit und passt da- 
her bei fieberhaften und Krampf- Zuständen, obgleich weniger 
als die Schwefelsäure, welche die Gefässreizung kräftig herab- 
setzt und mehr kühlt. Die Salzsäure wirkt ausgezeichnet auf 
das vegetative Leben, besonders auf das Pfortadersystem; sie 
vermehrt die Secretion im Speisecanale, besonders die Harnse- 
cretion; sie befördert die Thätigkeit der Schleimhäute und des 
Iymphatischen Systems, vermindert die Venosität, erhöht die 
Arteriellität und die Elasticität des Blutes und ist daher ein wirk- 
sames Heilmittel beim Scorbut und den verwandten Dyskrasieen. 
— Noch grösser wird die Wirksamkeit der Salzsäure in Ver- 
bindung mit Salpetersäure, absonderlich: gegen Unordnungen im 
Gallensysteme. Der Einfluss, welchen diese Salpetersäure (selbst 
in Fussbädern) auf das vegetative Leben äussert, scheint den
	        
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