Full text: (10. Band = 1835, No. 1-No. 8)

L  Pathologische Anatomie, 
wenn auch nicht auffallend abweicht, hat R. nie dieselbe beob- 
achtet. Der Versuch, ein geröthetes Blutgefäss. in Wasser zu 
legen, giebt, wie der Vf. meint, über die Natur dieser Röthe 
keinen sichern Aufschluss, Kaltes Wasser zieht nach 10 — 20 
Stunden «die rothe Farbe aus, mag diese nun entzündlicher Art 
seyn, oder nicht; die rothe Färbung hängt nämlich zunächst 
von dem im kalten Wasser bekanntlich sich auflösenden Farbe- 
stoff des Biutes ab. Sind die Arterien wirklich entzündet, 
wie z, B. nach Verwundungen, so gestaltet sich alles ganz an- 
ders: die innere Haut der Gefässe ist geröthet, aufgetrieben, 
verdickt, erweicht, an der Oberfläche filzig, und nicht selten fin- 
den sich Producte der Entzündung, nämlich in die Höhle der 
Gefässe ausgeschwitzter Faserstoff, Eiter, ja sogar Geschwüre. 
Zuweilen bemerkt man auch zwischen den einzelnen Arterien- 
häuten kleine Abscesse. Ausserdem kommt aber noch eine an- 
dere Röthe auf der innern Fläche der Arterien vor, die selbst 
Geübtere für entzündlich halten können. Die innere Wandung 
der Aorta und ihre Hauptstämme überzieht nämlich bei Aeltern 
häufig ‚ein Gefässnetz, das aber durchaus nicht von Entzündung, 
sondern von anfangender Verknöcherung der Arterien im Alter 
abhängt. Wie bekannt setzt sich bei Aeltern Knochenerde in die 
Wandung der Arterien ab, diesem Processe aber geht Bildung 
eines Gefässnetzes voran, gerade so, wie man in einem Knorpel 
in der Nähe des Verknöcherungspuncies ein rothes Blutgefäsa- 
netz sieht. Arterien- und Venenblut bieten im Leichnam durch- 
aus keine Verschiedenheit der Farbe darz das Arterienblut ist 
nirgends mehr heliroth; im linken Herzen, in den Arterien, sieht 
das Blut so dunkel, wie in den Venen, Auch das im Leben 
durch Verwundung einer Arterie ausgetretene Blut hat im Leich- 
name das Ansehen des Venenbluts. — Allgemeine Bedeckun- 
gen.: Es giebt Entzündungen, die nach dem: Tode durchaus 
keine Spur hinterlassen. So fand R. bei am Scharlachfieber zur 
Zeit der Blüthe des KExanthems Gestorbenen, ohne dass der Aus- 
schlag zurückgetreten war, die Haut nach dem Tode nicht mehr 
geröthet. Dasselbe. nahm er auch hinsichtlich des rothen Hofs 
der Kuhpocken bei Kindern wahr, die während dieser Periode 
an schnell verlaufenden Uebeln, z. B. Magenerweichung, gestor- 
ben. waren. — Seröse Häute. Im Leben sind diese Häute 
farblos, durchsichtig, nach dem Tode werden sie undurchsichtig, 
gerade so wie die im Leben ganz durchsichtige. Retina: mit dem 
Tode undurchsichtig wird. Peritonitig und Pleuritis sind leicht 
an: einem diese Häute durchziehenden Gefässnetze zu erkennen. 
Sehr häufig finden sich frisch entstandene Producte der Entzün- 
dung: Ausschwitzung trüber, blutiger, ‚eiteriger Flüssigkeit, Flo- 
ckemr und Pseudomembranen, aus weichem, gelblichem Faserstoff 
bestehend. Ist das Peritoneum, wo es der Dünn- und Dick- 
darm  überzieht, entzündet, so zeigt es gewöhnlich breite, scharf 
bezeichnete, länze dern ‚Darms verlaufende, aus feinem Gefäss- 
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