Full text: (10. Band = 1835, No. 1-No. 8)

A 
. Pathölogische ‘Anatomie. 
schieht dies nicht durch Entzündung, sondern durch Zusammen- 
ziehung der Arterienhäute. Der Ductus arteriosus schliesst sich 
nicht durch Bliutpfropf, sondern dadurch, dass er allmählich en- 
ger wird, so dass man bei Kindern in der 2. oder 3. Woche 
meist keine Sonde mehr in denselben bringen kann. Auch durch 
innere Ursachen entzünden sich Arterien. So beruht ein Aneu- 
ryaına nicht selten auf localer Entzündung aus innerer Ursache, 
Nach Verletzung einer Vene bildet sich in derselben zuweilen 
gefährliche Entzündung mit Eiterbildung. - Bei am nervösen Puer- 
peralfieber Gestorbenen sicht man nicht selten die ‚grossen Ve- 
nen des Uterus, so wie die Iymphatischen Gefässe desselben 
und seiner Umgebungen mit Kiter gefüllt, der jedoch nicht grade 
in. den Venen und Iymphatischen. Gefässen entstanden seyn muss, 
sondern wohl auch aus der Höhle des Peritoneums resorbirt sein 
könnte. In am Typhus Gestorbenen- finden sich die grössern 
Arterienstänme au der innern Oberfläche zuweilen scharlach- oder 
blauroth. Da nun sonst diese Oberfläche gewöhnlich gelblich- 
weiss ist, haben Mehrere diese Röthe der Arterien für Zeichen 
von Entzündung genommen. Diese Röthung der innern Ober- 
fäche der Arterien und der Klappen am Ursprunge derselben 
hat der Vf. häufig in am Typhus Gesterbenen wahrgenommen. 
In den Venen wird sie mehr violett und geht gewöhnlich auch 
auf die innere Fläche des Herzens über. R. hält nach seinen 
vielen Beobachtungen diese Röthe nicht für Zeichen der Entzün- 
dung. Auf der gerötheten Fläche sieht man nichts von einem 
Gefässnetz, vielmehr ist die Röthe auch unter dem Vergrösse- 
rungsglase gleichförmig, gerade als wäre die Membran ‚mit einer 
Flüssigkeit roth gefärbt worden. Läge ihr Grund in Entzündung 
der Arterien und Venenstämme, so müsste die innerste Haut 
derselben‘ angeschwollen, ‚verdickt, aufgelockert, zuweilen er- 
weicht seyn, sie müsste von der mittlern Haut leicht getrennt 
werden können und einige Male wenigstens müssten Entzündungs- 
producte: Ausschwitzung, Geschwürbildung etc, sich zeigen, von 
welchem Allen man jedoch nichts sieht. Diese Röthung der in- 
nern Haut der Blutgefässe hat aber der Vf. auch bei aus andern 
Ursachen Gestorbenen gefunden; so z. B. bei an plötzlicher Ver- 
blutung Gestorhenen, bei einem Mann, der einem Geschwür der 
Harnblase unterlag, bei Schwindsüchtigen , bei einem Manne, der 
am Schlagfiusse, und bei einem andern, der in Folge zu vielen 
Trinkens schnell gestorben war. Auch zeigte sich bei Affen, 
Löwen etc. die innere Wandung der Arterienstämme roth, Diese 
Erscheinung entsteht entweder erst nach dem Tode oder in der 
letzten Zeit des Lebens und gründet sich auf Durchschwitzung 
des Farbetoffs des Blutes durch die Wandungen der Gefässe, Auch 
die Gallenblase färbt sich durch Ausschwitzung von Galle auf 
der innern und äussern Oberfläche gelb oder grünlich. Im Le- 
ben ist die innere Oberfläche der Gallenblase weiss und erst nach 
dem Tode werden ihre Häute für die Galle durchdringlich. Die
	        
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