Full text: (10. Band = 1835, No. 1-No. 8)

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V. Gynäkologie und Pädiatrik, . 
einer nur‘ mässigen antiphlogistischen Behandlung, bestehend in 
der innerlichen Anwendung von Kalomel und Mandelmilch und 
der äusserlichen von Injectionen, Quecksilbereinreibungen, einem 
Kliystiere, welches Ausieerungen bewirkte, und Bedeckung der 
Brüste, die von Zeit zu Zeit ausgesogen wurden, mit Baumwolle. 
In der. Nacht wuchs das Fieber und alle Symptome, es traten 
Delirien ein; die Lochien flossen stark, ohne Biut, und rochen 
faulig; in der nächstfolgenden Nacht aber trat mehr Rule, et- 
was Schlaf, starker Schweiss, Milchabsonderung ein, das Fieber 
minderte sich, .die Empfindlichkeit und die‘ Schmerzen wichen, 
der Nabelstrang wurde faulig; fiel jedoch erst: gegen den %, Tag 
ab, wo er einen pestartigen Geruch verbreitete. .So besserten 
sich allmählich, unter reichlichem Fortgange der Wochenreinigung 
und der Milchsecretion, alle Symptome; erstere blieb noch bis 
zum 14. Tage eben so reichlich und übelriechend und hörte erst 
nach der 5. Woche ganz auf, olme dass jedoch während der 
ganzen Zeit abgehende Reste der zurückgebliebenen Nachgeburt 
bemerkt worden wären, die theils wohl aufgelöst und so mit den 
Lochien abgegangen, theils resorbirt worden seyn mag, Von ei- 
nem anderweiten putriden Zustande zeigte sich keine Spur; der 
überhaupt wohl nicht so häufig, als man ihn beobachtet haben 
will, bei ganz oder theilweise zurückgebliebener Nachgeburt, vor- 
kommen dürfte. K. hat öfters bei heftigen Blutflüssen und Ver- 
wachsung der Placenta Theile der letztern zurücklassen müssen, 
aber immer nur mehrtägige heftige Nachwehen und Zeichen von 
Reizung des Uterus danach beobachtet, niemals ein Faulfieber, 
— Jene Dame wurde nachmals noch 3 Mal schwanger, abortirte 
aber 2 Mal in der 22., und 1 Mal in der 32. Schwangerechafts- 
woche; beim letztern Male folgte die Nachgeburt bald nach der 
Geburt des Kindes, das jedoch schon nach 8 Tagen starb, — 
[v. Siebold’s Journ. etc. , 14. Bds. 2. St., 1835.] 
34. Ein Beitrag zur Physio-Pathologie der Blu- 
tungen aus den Geschlechtstheilen neugeborener 
Mädchen; von Dr. Camenrer in Langenau. Am 22. Juli 1833 
wurde eine gesunde junge, zum 2. Male schwangere Frau von 
einem gesunden vollsaftigen Mädchen glücklich entbunden. Das 
die Brust nicht erhaltende Kind zeigte einige Tage nichts Krank- 
haftes, nur war es Nachts etwas unruhig. Am 3. Tage nach 
der Geburt nahm man aber einigen Blutabgang aus den innero 
Geschlechtstheilen wahr. Dieser nur tropfenweise erfolgende, 
nicht bedeutende Blutabgang hielt 4 Tage an und zwar so, dass 
er gegen den 3, Tag etwas schwächer und das Blut mehr wässe- 
riger wurde und am 4, Tage erst ganz aufhörte, nachdem kurz 
vorher noch eiwas ganz reines Blut abgegangen war. Das Blunt 
sah ungefähr wie Menstrualbiut. Das Mädchen befand sich da- 
bei wohl, alle Funetionen gingen regelmässig vor sich, ja es 
wurde sogar, als das Blut abging, Nachts ruhiger, gedieh auch
	        
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