Full text: (10. Band = 1835, No. 1-No. 8)

SG 
V. Gynäkologie und Pädiatrik, 
THER’S Beispiele mit wenigen unwesentlichen Abänderungen, denn 
Trennung der Narbe und Versuch, sie breiter zu heilen, verspra- 
chen nur sehr ungewiss einige Hülfe. Der Operateur spaltete 
daher zuerst den äussern Winkel 4 Zoll weit und schnitt dann 
vom Rande des obern und untern Augenlides 3 — 4 Linien weit 
einen schmalen Streif ab, worauf er die Wunde mittelst DıIEFFEN- 
BAcH’scher umschlungener Näthe vereinigte. Die Vereinigung er- 
folgte so gut, dass man die Nadeln schon nach einigen Tagen 
entfernen konnte und dass jetzt nichts: zu wünschen ist, als dass 
die dicke harte Narbe, die das Ketropium verursachte, und die 
noch immer eine unangenehme Empfindung unterhält, entfernt 
würde, Doch hat sich Pat. zu einer neuen blutigen Operation 
noch nicht entschliessen können. Die Spalte des operirten Auges 
ist noch um 1 — 14 Linien breiter, als die des linken, und der 
Bogen des obern Lides, obwohl dasselbe eben so hoch als das 
des andern Auges aufgehoben wird, daher etwas weniger gewölbt. 
Der äussere Winkel klafft aber nicht im geringsten mehr vom 
Bulbus ab, und das äussere Ansehen ist daher beträchtlich besser, 
Eine Tasche ist unter dem äussern Winkel, wie man wohl glau- 
ben könnte, nicht zurückgeblieben , sondern die Bindehaut hat 
sich genau an den Augenlidrand angeschlossen, und man kam 
sich daher über die Beschaffenheit der früher dort gelegenen 
Munsom’schen Drüsen nicht genau in Kenntnies setzen. Ihr Se- 
cret können sie nicht mehr wegschaffen, sie haben daher wahr- 
scheinlich ganz aufgehört, ihren Schmer abzusondern. Die Cilien 
waren vor der Operation nicht ausgezogen, sondern erst mit dem 
Schnitte zugleich abgetragen worden, also mit Zurücklassung ihrer 
Wurzeln. Die Cilien des obern Lides, nicht aber die des untern, 
sind jetzt nach 3 Jahren wieder nachgewachsen, ohne die min- 
deste Unbequemlichkeit zu verursachen, wodurch v. WALTHER’S 
Vermuthung, dass zum Wachsthum der Haare die Einwirkung der 
Luft und überhanpt atmosphärischer Einflüsse auf die Haarzwie- 
bein nöthig sei, bestätigt wird, Denn wenn auch, wie in v. WaL- 
THER’S Fall, die Cilien, nachdem sie ausgezogen worden waren, 
nicht nachwuchsen, so kamen die dort zurückgelassenen Haar- 
zwiebeln doch wohl tiefer in die Narbe zu liegen, als hier, wo 
man sie nur bei der Operation abtrug. (v. Ammon’s Zeitschr. 
f. d. Onphthalmolagie, Bd. IV. Hft, 1. 2.) 
V. GYNÄKOLOGIE und PÄDIATRIE. 
51. Künstliche Frühgeburt; von Dr. Mars in Star- 
gard. In der letztern Zeit unternahm M. 4mal die künstliche 
Frühgeburt. Die Frauen hatten in diesen Fällen schon mehr- 
mals geboren, aber wegen relativ zu engen Beckens nur todte 
Kinder, die immer künstlich zur Welt befördert werden musstep.
	        
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