Full text: (10. Band = 1835, No. 1-No. 8)

IV, Gynäkologie und Pädiatrik. 
und oben wendete; ir‘ der Nabelgegend hörte ‚er ein Geräusch 
ähnlich dem, welches sich unter sonst günstigen Umständen der 
Atmosphäre manchmal 2- Stunden weit durch Ablösung ‚einer 
Kanone fortpflauzt, oder dem "Tone gleich, der durch leises 
Aufschlagen auf eine grosse Trommel ‚entsteht; dieser Ton war 
Bo typisch, dass er sich jedesmal zwischen’ der‘ 10. und 12. Fö- 
{alpulsation wiederholte, welche dann an Schnelligkeit zunahm; 
genau in derselben Gegend’ empfand die Schwangere die Bewe- 
zung; A. vermuthete; dass dies Geräusch vom Anschlagen der 
Füsse an‘ gie’ vordere gespannte_ Uteruswand‘. herrühren möchte; 
um sich‘ davon‘ zu überzeugen, liess er die Schwangere jedes- 
mal) wenn sie Kindesbewezung spürte,. einen Ton ausstossen, 
und jedesmal hörte: er in demselben Augenblicke das Auschlagen 
an den Uterus, ausserdem aber nie. -— Da dies Geräusch nur yon 
einem lebenden Fötue yeranlasst werden kan, so würde es eiß 
zuverlässigeres Zeichen für das Leben. des Kindes abgeben als 
das Placentärgeräusch., Häufig fehlen‘ jedoch, die Bedingungen 
zu seiner Perception, Dünnheit und Prallheit der, UVieruswände, 
und jedenfalls dürfte man wohl überall,‘ woman die Kindesbe- 
wegung hört, sie auch fühlen können. — V. Geräusch wäh- 
rend des Abfliessens des Fruchtwassers aus dem 
Uterus. Bei der Auscultation an einer Kreissenden hörte "A. 
auf der Höhe einer Wehe ein Geräusch, als wenn Flüssigkeit 
aus einer Flasche mit engen Halse schnell ausliefe; die augen- 
blicklich - angestellte innere Untersuchung ergab, dass so. eben 
das Fruchtwasser abfloss, ohne dass es die Kreissende empfand. 
Es sind demnach bis jetzt bereits 7 verschiedene Geräusche‘ im 
Uilerus gehört worden: I. vom Fötus ausgehend 1)’ Herz- 
schlag ‚desselben, 2) ‚Bewegunzsgeräusch. desselben; IL von 
der Placenta entstehend: * Ylacentargeräusch; Il. Vom 
Nabelstrange herrührend (?) *) Pulsation der Nabelvene (?) 
IV. durch Bewegung des Fruchtwassers bedingt: 3) 
Fluctuation desselben während einer Wehe: 6) Fluctuation des- 
selben während der Bewegung des Kindes; %) Kollern des ab- 
Niessenden Fruchtwassers während des Blaseusprunges. — Zum 
Schluss theilt A, noch einen Fall von zweifelhafter Schwanger- 
schaft mit, bei welcher das Hörrahr sich ausgezeichnet bewährte. — 
Fine 43jährige unverehelichte , im Rufe grosser Sittlichkeit und 
Frömmigkeit stehende, Person bat am 31. März 1833 im Laud- 
krankenhause zu Fulda um eine Untersuchung und ein Zeugniss, 
däss sie nicht schwanger sey, wofür sie einige Bekannte hielten; 
sie leide an Wassersucht, sey sonst stets gesund und regelmäs- 
sig menstruirt gewesen, aber seit Ende Septbr. 1532, wo sie 
in.Folge des Aufhebens einer schweren Last eine heftige Me- 
trorrhazie erlitten, seyen ihre Regeln ausgeblieben und ihr Un- 
terleib allmälig, besonders seit 7 Wochen immer stärker gewor: 
den, aber schmerzlos. Aenssere und iunere Untersuchung er- 
zaben manche auf Schwangerschaft hindeuitende Symptome ; die
	        
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